»Du könntest aber ein fortpflanzungsfähiges Zentaurenpaar hervorbringen?«fragte Yulin.

»Höchstwahrscheinlich«, sagte Obie ausweichend.»Das einzige Limit für diesen Prozeß ist schließlich meine Eingabe. Ich brauche das Wissen, wie ich es machen muß, wie alles zusammengesetzt ist, bevor ich etwas erarbeiten kann.«

Die Zentaurin blickte zu ihnen herauf.

»Tun wir hier den ganzen Tag herum?«fragte sie ungeduldig.»Ich bekomme langsam Hunger.«

»Obie, was verzehrt sie?«fragte Yulin.

»Gras, Heu, alles in dieser Art«, antwortete der Computer.»Ich mußte natürlich manches abkürzen. Der Oberkörper besteht vorwiegend aus Muskelgewebe und Knochengerüst. Für die Organe habe ich das Pferd genommen.«

Yulin nickte und schaute zu Zinder hinüber, der noch immer ein wenig betäubt wirkte.

»Gil?«rief er.»Wie wäre es mit ein paar kosmetischen Verbesserungen, dann können wir sie eine Weile so lassen, nicht? Es wäre interessant, zu sehen, wie es mit dieser Änderung weitergeht.«

Zinder nickte zerstreut.

Mit einem weiteren Durchgang konnte Yulin dem neuen Geschöpf eine jüngere menschliche Hälfte geben; er straffte sie und stellte wieder her, was jugendliches, gutes Aussehen zu sein schien.

Sie waren fast fertig, als in der Nähe des alten Wissenschaftlers eine Tür aufging und ein junges Mädchen, nicht älter als vierzehn, mit einem Tablett hereinkam. Sie war ungefähr einsfünfundsechzig groß, wog aber fast achtundsechzig Kilogramm. Sie war untersetzt, stämmig, unbeholfen, hatte dicke Beine und Brüste. Es half ihr nicht, daß sie ein durchsichtiges Kleid und Sandalen trug und übertrieben viel Schminke aufgetragen hatte. Auch das offensichtlich gebleichte blonde Haar gereichte ihr nicht zum Vorteil. Sie wirkte auf irgendeine Weise grotesk, aber der alte Mann lächelte nachsichtig.

»Nikki«, sagte er vorwurfsvoll,»ich dachte, ich hätte dir gesagt, du sollst nicht hereinkommen, wenn das rote Licht brennt.«



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