
»Sie meinen, er hat sich gefragt, wo der Essiggeruch bleibt, hat sich vorgebeugt und eine richtige Ladung eingeatmet?« »Ja, so ungefähr. Er hatte den Kopf ziemlich weit im Abzug drin, als ich ihn fand.«
»Und aus war's mit ihm.« »Ja, wahrscheinlich.«
»Hm - ach, sagen Sie, darf ich hier rauchen - oder fliegt dann Ihre Bude in die Luft?«
»Im Augenblick besteht keine Gefahr.«
Doheny zündete sich eine Zigarre an - man sah ihm an, dass er lange auf diesen Augenblick gewartet hatte - und sagte: »Also fassen wir das noch einmal zusammen. Da ist ein junger Mann, der Natriumacetat verwenden will, aber dabei die falsche Flasche vom Regal greift - etwa so.«
Doheny nahm die Zyanidflasche vom Regal und hielt sie vorsichtig in der Hand. »Er trägt sie hier herüber und schüttet etwas davon heraus. Ja? Schüttet man das einfach so heraus?« »Nein, er hat sicher mit einem Spatel eine geringe Menge herausgenommen und sie in einem kleinen Behälter gewogen.« »Na schön. Also das tut er.« Er bewegte die Flasche hin und her und stellte sie auf die Arbeitsplatte neben den Abzug. Er starrte die Flasche an und dann Brade. »Und das wär's?«
»Ich nehme an - ja.«
»Und das stimmt mit der Situation überein, wie Sie sie beim Betreten des Labors angetroffen haben. Sie haben nichts entdeckt, was Ihnen merkwürdig vorkam, nein?«
Brade hatte den Eindruck, dass die Augen des Kriminalbeamten gespannt aufleuchteten, aber er schüttelte den Kopf und sagte: »Nein -Sie?«
Doheny zuckte die Achseln. Er kratzte sich das schon schütter gewordene Haar mit dem Zeigefinger und sagte: »Unfälle gibt's ja überall, und besonders an einem Ort wie diesem hier, wo man sie direkt herausfordert.« Er klappte das kleine Notizbuch zu und steckte es in seine innere Rocktasche.
