»Nein, das nicht. Wir haben immer zwei Kandidaten für ein Labor. Zur Zeit teilt er sich das Labor mit Gregory Simpson.« »War der heute hier?« »Nein. Der Donnerstag ist Simpsons großer Vorlesungstag, da kommt er überhaupt nicht. Nicht in dieses Labor, zumindest.« »Dann war dieser Ralph Neufeld also ganz allein?« »Ja.»

»War er ein guter Student?«

»Er war sehr begabt, das sagte ich ja schon.«

»Wie konnte ihm das dann passieren? Ich meine, wenn er Zyanid genommen hat, hätte er doch merken müssen, dass der Essiggeruch fehlt, nicht wahr, und schleunigst den Kopf zurückziehen müssen?« Das Gesicht des Kriminalisten sah so rund und unschuldig aus wie zuvor, aber Brade zog die Brauen zusammen. Er sagte: »Wenn Natriumzyanid in eine Säure übergeht, bildet sich Wasserstoffzyanid. Das ist ein Gas von der Temperatur kochenden Wassers und strömt mit dem Dampf aus. Es ist äußerst giftig.«

Doheny sah Brade fragend an. »Das ist das Zeug, das sie im Westen in der Gaskammer verwenden, ja?«

»Ganz recht. Man verwandelt ein Zyanid in eine Säure, und dabei entsteht das Gas. Ralph hat zwar in einem Abzug mit einem eingebauten Ventilator gearbeitet, der die Dämpfe, die sich entwickeln, zum größten Teil nach oben reißt, aber auch so hätte er den Essiggeruch wahrnehmen können, wenn er vorhanden gewesen wäre. Diesmal hat er ihn nicht wahrgenommen, und da hat er sich wohl gedacht, dass da etwas nicht stimmt, wie Sie ganz richtig gesagt haben.« »Ja, ja.«

»Aber anstatt nun den Kopf zurückzuziehen und sich in Sicherheit zu bringen, war seine erste Reaktion wahrscheinlich die, dass er noch etwas näher gekommen ist, um sich zu vergewissern. Das könnte sein tödlicher Fehler gewesen sein.«



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