
Plötzlich dachte er an Herrick, der sein Erster Offizier auf der kleinen Fregatte Phalarope gewesen war. Bolitho runzelte die Stirn. Wann war das gewesen? Vor zehn, nein vor zwölf Jahren. Langsam schritt er an der Luvseite entlang, während seine Gedanken über die Jahre zurückwanderten. Thomas Herrick, der beste Untergebene, den er je gehabt hatte, und der beste Freund. Damals hatte er sich mehr als alles andere ein eigenes Kommando erhofft — bis es Wirklichkeit geworden war. Bolitho lächelte bei der Erinnerung, und zwei Midshipmen, die ihn beobachteten, tauschten einen erstaunten Blick, weil ihr Kommandant anscheinend achtlos oder gleichgültig gegenüber Lärm und Hast auf- und abschritt.
Jetzt kommandierte Herrick sein eigenes Schiff. Besser spät als nie, und mehr als reichlich verdient, obwohl es nur die alte Impulsive mit vierundsechzig Geschützen war. Auch Herrick sollte zu dem Geschwader stoßen, sobald sein Schiff in Portsmouth überholt worden war.
Bolitho hörte Inch schimpfen, als ein neuer Mann mit dem Fuß an einem Lukensüll hängenblieb, gegen einen Steuermannsmaat taumelte und krachend auf das schwankende Deck stürzte.
Es fiel ihm schwer, sich vorzustellen, daß alles anders sein würde, wenn er Herrick wiedertraf. Dann waren sie zwei Kapitäne mit eigenen Problemen und ohne die verbindende Aufgabe, ein Schiff gemeinsam am Leben zu erhalten. Herrick hatte immer einen forschenden Verstand und ein intuitives Verständnis für Bolitho besessen.
Dieser schob die Gedanken nun von sich. Es war pure Selbstsucht, zu wünschen, daß Herrick bei ihm wäre. Er sah Inch an und fragte mild:»Sind Sie zufrieden?»
Inch blickte besorgt.»Ich — ich glaube schon, Sir.»
«Gut. Nun setzen Sie mehr Leute ein, um die Boote festzuzurren.
Ich will verhindern, daß sie sich jammernd am Schanzkleid herumdrücken, so lange England noch in Sicht ist.»
