
Klank, klank, klank ging das Ankerspill. Der noch unsichtbare Anker mußte unter der Wasseroberfläche wie ein Pendel hin und her schwingen. Aber die Hyperion schien das Durcheinander und die wilden Bemühungen an Deck und in den Rahen nicht zu beachten. Sie zeigte einen Streifen blankes Kupfer, als sie im rauhen Seegang stark krängte, und schleuderte Gischt so hoch übers Vordeck, daß der funkelnde Titan aus der See selbst aufzutauchen schien.
Inch kam nach achtern und wischte sich das Gesicht.»Sir?»
Bolitho sah ihn ernst an.»Bringen Sie das Schiff auf Kurs. «Er blickte zu dem Wimpel auf, der steif wie eine Lanze fast querab wehte.»Wir werden die Bramsegel voll setzen, sobald wir Rame Head hinter uns haben.»
Der Rudergänger intonierte:»Südwest zu Süd, voll und bei, Sir!»
Bolitho spürte, wie das Deck sich stark neigte, als das alte Schiff den Wind voll aufnahm. Jetzt muß die Hyperion einen schönen Anblick bieten, ging es ihm flüchtig durch den Kopf: Marssegel und Großsegel prall gefüllt im trüben Licht, die Rahen rundgebraßt, um den Wind, der das verschwommene Grün der Halbinsel aufwühlte, mit größtmöglichem Vorteil zu nutzen. Der Anker war jetzt aus dem Wasser und wurde bereits zum Kranbalken gehievt. Die Männer am Spill sangen noch immer; manche blickten über die Schulter zum Land zurück, das jetzt schnell im Dunst verschwand.
Wie viele Seeleute hatten schon so gesungen, während ihre Schiffe in den Kanal hinausglitten, wie viele an Land hatten ihnen nachgesehen, mit feuchten Augen oder hoffnungsvoll oder einfach nur dankbar, daß ihnen ein gleiches Geschick erspart geblieben war.
Als Bolitho sein Glas wieder aufs Land richtete, hatte es jede Individualität verloren. Wie Erinnerung und Hoffnung, die ihm galten, war es jetzt fern, so gut wie unerreichbar. Er sah einige der jüngeren Leute zum Ufer zurückstarren, einer winkte sogar, obwohl das Schiff von Land aus jetzt nahezu unsichtbar sein mußte.
