Als das Schiff im Dock lag, hatte Bolitho gesehen, wie fast sechs Fuß langes Seegras von seinem bauchigen Rumpf gekratzt wurde. Kein Wunder, daß die Hyperion so langsam gewesen war. Jetzt sah sie zumindest äußerlich wie ein neues Schiff aus.

Das seltsam silbrige Licht spielte auf der hohen Bordwand, als das Schiff vor Anker stark schwojte. Selbst aus dieser Entfernung konnte er das straffe schwarze Spinnennetz der Takelage erkennen, die Doppelreihe der Stückpforten, das kleine, scharlachrote Viereck der Flagge, die steif im auffrischenden Wind stand.

Einmal hatte es fast schon so ausgesehen, als ob die Wiederherstellung, die Arbeiten und die Verzögerungen nie ein Ende nehmen würden. In den letzten Wochen war die Hyperion dann der wartenden See zurückgegeben worden, das Rigg wurde aufgerichtet, die vierundsiebzig Geschütze wurden ersetzt, der tiefliegende Rumpf mit Vorräten, Lebensmitteln, Pulver und Geschossen gefüllt. Und mit Menschen.

Bolitho richtete sich auf. Sechs Monate fern von seinem natürlichen Element waren für das Schiff eine lange Zeit. Dieses Mal lief es nicht mit einer erfahrenen, wohldisziplinierten Besatzung aus, über die er vor sechzehn Monaten das Kommando übernommen hatte und von der die meisten schon seit vier Jahren an Bord gewesen waren. Innerhalb dieser Zeit konnte man auch von der stursten Landratte erwarten, daß sie ihren Platz gefunden und sich eingeordnet hatte. Aber diese Leute waren abgemustert worden, nicht für eine wohlverdiente Ruhepause, sondern um — den Bedürfnissen der ständig wachsenden Flotte entsprechend — anders verteilt zu werden. Und ihm waren nur einige Altgediente geblieben, die gebraucht wurden, um sich der schwierigen Reparaturarbeiten anzunehmen. In den vergangenen Wochen war die neue Besatzung aus jeder denkbaren Quelle zusammengestellt worden: von anderen Schiffen, dem Hafenadmiral und selbst den örtlichen Gerichtsgefängnissen.



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