
Ich hatte fast den Aufgang zu den Logen erreicht, als sie herauskam. Selbst aus acht Metern Entfernung konnte ich den verschleierten Blick ihrer Augen sehen, und sie ging, als spüre sie den Boden nicht, hob die Füße hoch und setzte sie bei jedem Schritt hart auf.
Sie war allein und nicht in der Verfassung, es zu sein.
«Prinzessin«, ich trat rasch zu ihr.»Lassen Sie sich helfen.«
Sie schaute mich an, ohne etwas zu sehen. Sie wankte. Ich legte den Arm fest um ihre Taille, was ich unter normalen Umständen nie getan hätte, und sie straffte sich, als wollte sie ihre Hilfsbedürftigkeit nicht zugeben.
«Ich bin vollkommen in Ordnung«, sagte sie zitternd.
«Ja… gut, nehmen Sie mich beim Arm. «Ich ließ ihre Taille los, bot ihr meinen Arm als Stütze, und nach einem winzigen Zögern hakte sie sich ein.
Ihr Gesicht war blaß unter dem Pelzhut, und sie bebte am ganzen Körper. Ich ging langsam mit ihr zum Tor und lenkte sie dorthin, wo Thomas wartete. Er war ausgestiegen, sah besorgt drein und öffnete den hinteren Wagenschlag, als wir herankamen.
«Danke«, sagte die Prinzessin leise, als sie einstieg.»Vielen Dank, Kit.«
Sie ließ sich auf den Rücksitz sinken, wobei sie ihren Hut verlor und apathisch zusah, wie er auf den Boden rollte.
Sie streifte ihre Handschuhe ab und hob eine Hand zum Kopf, bedeckte ihre Augen.»Ich glaube, ich…«Sie schluckte erst einmal.»Haben wir Wasser, Thomas?«
«Ja, Madam«, sagte er eifrig und ging zum Kofferraum, um den kleinen Korb mit Erfrischungen herauszuholen, die er gewohnheitsmäßig mitnahm. Schlehenlikör, Sekt und Sprudelwasser waren immer zur Hand.
Ich blieb an der offenen Tür stehen, unsicher, wieviel Hilfe sie für nötig erachtete. Ich kannte ihren Stolz, ihre Beherrschung, die Ansprüche, die sie an sich stellte, durchaus. Sie würde nicht wollen, daß irgend jemand sie für schwach hielt.
