
Andererseits verstand sie meine gegenwärtige Misere vollkommen. Einmal war Danielle die Nichte ihres Mannes, und Litsi, der Prinz, der jetzt Danielle zu einer Vergnügungsreise ins fünfzehnte Jahrhundert entführte, war ihr eigener Neffe.
Litsi, ihr Neffe, und Danielle, die Nichte ihres Mannes, waren derzeit beide unter ihrem Dach am Eaton Square zu Gast, wo sie sich von morgens bis abends sahen… und von abends bis morgens, wenn mich nicht alles täuschte.
«Wie stehen unsere Chancen?«fragte die Prinzessin neutral.
«Ziemlich gut«, sagte ich.
Sie nickte zustimmend, voll froher Hoffnung auf einen durchaus möglichen Sieg.
Cascade war, obschon es ihm an Grips fehlte, über die 2 Meilen ein äußerst erfolgreicher Steepler und hatte in der Vergangenheit jeden seiner heutigen Konkurrenten abgehängt. Mit etwas Glück würde er es wieder schaffen; aber nichts ist jemals sicher im Rennsport… oder im Leben.
Prinz Litsi, dessen vollständiger Name ungefähr einen Meter lang und meines Erachtens unaussprechlich war, war ein Kosmopolit, gebildet, eindrucksvoll und freundlich. Er sprach perfektes Umgangsenglisch, ohne die zu harten Konsonanten seiner Tante, und das war auch nicht weiter verwunderlich, da er erst nach der Entthronung seiner königlichen Großeltern geboren worden war und einen großen Teil seiner Kindheit in England verbracht hatte.
Er lebte jetzt in Frankreich, aber wir waren uns im Lauf der Jahre einige Male begegnet, wenn er seine Tante besuchte und sie zum Pferderennen begleitete, und irgendwie hatte ich ihn gemocht, ohne ihn näher zu kennen. Als ich erfuhr, daß er wieder einmal zu Besuch käme, hatte ich überhaupt nicht daran gedacht, welchen Eindruck er auf eine intelligente junge Amerikanerin machen könnte, die bei einem Fernseh-Nachrichtensender tätig war und für Leonardo da Vinci schwärmte.
«Kit«, sagte die Prinzessin.
