Ich mußte kräftig mit dem Stiefel nachhelfen um das Auge auch noch in das enge Schließfach zu zwängen. Dann beeilte ich mich; es wurde Zeit, mich in jemand anderes zu verwandeln. Wie auf den meisten großen Häfen gibt es auch in BohnenstengelKenia zu beiden Seiten der Barriere Toilettenräume für die Reisenden. Anstatt mich zur Inspektion zu begeben, suchte ich diese Einrichtung auf und mietete gegen bar eine Badekabine.

Siebenundzwanzig Minuten später hatte ich nicht nur gebadet, sondern mir auch anderes Haar, andere Kleidung und ein anderes Gesicht zugelegt — was sich in drei Stunden auftragen läßt, kann in fünfzehn Minuten mit Seife und heißem Wasser wieder entfernt werden. Ich hatte keine große Lust, mit meinem richtigen Gesicht durchs Leben zu gehen, doch mußte ich das Alias loswerden, mit dem ich auf dieser Mission unterwegs gewesen war. Was davon nicht im Ausguß fortgespült worden war, wanderte jetzt in den Vernichter: Einteiler, Stiefel, Tasche, Fingerabdrücke Kontaktlinsen, Paß. Der Paß, den ich nun bei mir trug, zeigte meinen richtigen Namen — nun ja, einen meiner Namen —, eine Stereographie meines unveränderten Gesichts und wies einen sehr echt aussehenden Durchreisestempel von L-5 auf.

Ehe ich die persönlichen Habseligkeiten vernichtete, die ich dem Toten abgenommen hatte, schaute ich sie mir gründlich an — und stutzte.

Die Kreditkarten und sonstigen Ausweise lauteten auf vier verschiedene Personen.

Wo waren seine anderen drei Pässe?

Wahrscheinlich irgendwo bei der Leiche imSchließfach. Ich hatte mein Opfer nicht gründlich durchsucht — keine Zeit! — , ich hatte mir lediglich geschnappt, was er in seiner Brieftasche bei sich führte.

Zurückgehen und nachschauen? Wenn ich das Fach mit der noch warmen Leiche ein zweitesmal öffnete, lief ich Gefahr aufzufallen. Ich hatte seine Karten und den Paß an mich genommen, in der Hoffnung eine Identifizierung der Leiche zu verzögern und dadurch mehr Zeit zu gewinnen, aber … Moment mal! Hmm, ja, Paß und Diners-Club-Karte lauteten auf „Adolf Belsen“. American Express hatte seine Karte auf „Albert Beaumont“ ausgestellt, während die Bank von Hongkong ihn als „Arthur Bookman“ führte und Master Charge ihn als „Archibald Buchanan“ in seinem Computer hatte.



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