»Ich bin im Bagno, um zu arbeiten, nicht aber um Ihre Aufträge auszuführen«, antwortete derjenige, an den dieser Befehl gerichtet war.

»Ach, richtig; ich vergaß, daß du ein zu vornehmer Herr bist, um das zu tun, Herr Doktor; doch da es sich ebensogut um dein Frühstück handelt als um das der anderen ...«

»Ich habe meine Suppe gegessen, und mich hungert nicht«, antwortete der Galeerensklave.

»Entschuldigen Sie - nun wohl! Rossignol wird nicht so stolz sein. Vorwärts, Rossignol, mein Sohn.«

Die Vermutung des ehrenwerten Aufsehers war richtig. Derjenige, an den das Wort gerichtet gewesen war und der ohne Zweifel seinen Namen dem Mißbrauch verdankte, den er mit dem geistreichen Instrument getrieben hatte, mit dessen Hilfe man den fehlenden Schlüssel zu ersetzen pflegt, mit einem Dietrich, stand auf, schleppte seinen Kameraden hinter sich her - im Bagno sind bekanntlich immer zwei Sträflinge aneinandergekettet - und ging auf die Schenke zu, die uns mit Lebensmitteln zu versehen die Ehre hatte.

Mittlerweile warf ich einen Blick auf den Widerspenstigen, dessen wenig ehrfurchtsvolle Antwort zu meinem großen Erstaunen anscheinend keine Strafe nach sich zu ziehen schien. Der jedoch hatte den Kopf von mir abgewandt, und da er diese Stellung mit einer Beharrlichkeit behauptete, die das Resultat eines festen Entschlusses zu sein schien, konnte ich sein Gesicht nicht sehen; aber ich prägte mir sein blondes Haar und seinen roten Schnurrbart ein, kehrte in meine Bastide zurück und nahm mir vor, den Mann in einem günstigen Augenblick näher zu betrachten.

Ich gestehe, daß mich meine Neugier veranlaßte, mein Frühstück zu beschleunigen. Ich trieb auch Jadin, der meine Ungeduld nicht begriff, zur Eile und kehrte zum Strand zurück.

Unsere neuen Diener waren nicht so weit vorgerückt wie wir: Wein vom Fort Lamalgue, Weißbrot und Käse waren für sie etwas Außergewöhnliches, etwas, das sie sonst gar nicht hatten, und so zogen sie den Genuß ihres Mahles in die Länge.



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