«Und hat schon jemand sein Geld verloren?«

Conrad lachte leise in sich hinein.»Die meisten, lieber Junge. Heute nachmittag.«

«Und Sie?«sagte ich.»Sie auch?«

Er kniff die Augen zusammen und legte den Kopf schräg.»Sie können zwar gewaltig in die Luft gehen, doch in der Regel für die anderen.«

«Er darf Ihre Frage nicht beantworten, verstehen Sie«, erklärte mir Jill.»Das ist auch gegen die Spielregeln.«

Aber ich hatte schon bei drei früheren Filmen mit Conrad gearbeitet, und er hatte mir tatsächlich verraten, worauf er gesetzt hatte.

Evan kam vom Telefonieren zurück, ging zielbewußt zu dem freien Platz und machte sich über seine Schildkrötensuppe her. Gleichzeitig starrte er angestrengt auf den Tisch und konnte oder wollte auf Terrys Versuche, eine Konversation in Gang zu bringen, nicht eingehen.

Ich sah Evan nachdenklich an. Er war vierzig, mittelgroß, drahtig und geladen mit aggressiver Energie. Er hatte widerspenstiges schwarzes Lockenhaar, ein Gesicht, in dem sogar die Knochen entschlossen wirkten, und stechende braune Augen. An diesem Abend waren die Augen nach innen, auf Bilder in seinem Kopf gerichtet, und das turbulente Treiben, das dort herrschte, spiegelte sich deutlich in seinen angespannten Muskeln. Verkrampft hielt er den Löffel in den Fingern, und Hals und Rücken waren stocksteif.

Ich mochte seine Verbissenheit nicht, von jeher nicht und unter keinen Umständen. Sie hatte zur Folge, daß ich mich wie blöd gegen alles sperrte, was er so beharrlich wollte, auch wenn seine Ideen Hand und Fuß hatten. An diesem Abend brodelte es wieder gewaltig in ihm, und meine Antipathie wuchs entsprechend.

Er schaufelte die britannisierte Paella, die auf die Suppe folgte, flott in sich hinein und schob dann energisch seinen leeren Teller weg.

«Also…«sagte er, und alle hörten zu. Seine Stimme war laut und höher als sonst, wie unter großem inneren



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