Sie brachte die Kinder ins Bett, während ich auspackte, und ich las ihnen Geschichten vor, während sie kochte, und wir verbrachten den Abend allein, indem wir Hähnchen aßen und uns einen alten Spielfilm (von vor meiner Zeit) im Fernsehen anschauten. Danach räumten wir das Geschirr in die Spülmaschine und gingen zu Bett.

Außer uns wohnte niemand in dem Haus. Viermal die Woche kam morgens eine Frau aus dem Dorf für die gröberen Hausarbeiten, und es gab auch eine pensionierte Kinderschwester, die, wenn wir ausgehen wollten, gern auf Libby und die Jungen aufpaßte. Charlie selbst hatte das so geregelt: Ich hatte ein ruhiges, intelligentes Mädchen geheiratet, das zu einer praktischen, realistischen und

— zu ihrer eigenen Überraschung — häuslichen Frau geworden war. Seit unserem Wegzug von London hatte sie eine Stärke dazugewonnen, die man nur als Gelassenheit bezeichnen konnte, und obwohl sie mitunter ebenso in helle Wut geriet wie ich, waren ihre Fundamente jetzt doch auf Fels gebaut.

Viele Leute in der Filmwelt fanden meine Frau nicht aufregend genug und mein Familienleben langweilig, und sie erwarteten, daß ich bei jeder Gelegenheit Rotschöpfe und Blondinen pflückte. Aber ich hatte sehr wenig gemeinsam mit dem überlebensgroßen Draufgängertyp, den ich serienmäßig im Film verkörperte. Die Filme waren meine Arbeit, und ich arbeitete hart an ihnen, doch ich nahm sie nicht mit nach Hause.

Charlie kuschelte sich unter der Steppdecke an mich und legte ihren Kopf an meine Brust. Ich strich mit den Händen über ihre nackte Haut, spürte das Wellenkräuseln tief in ihrem Bauch und das leise Zittern in ihren Beinen.

«Okay?«fragte ich und küßte ihr Haar.

«Sehr.«

Wir liebten uns auf die einfache, normale Art, wie wir es immer machten, aber da ich einen Monat weggewesen war, war es atemberaubend schön, ein Erlebnis höchsten Glücks, eine jener elementaren Erfahrungen, die von bleibender Wirkung sind. Hier begann die Gewißheit, dachte ich. Hatte man dies, was brauchte man noch?



21 из 205