
Clifford Wenkins hatte mich in der Halle empfangen, flatterig wie zuvor und mit noch feuchteren Händen. Wir fuhren zusammen mit dem Lift hoch, wobei er mir genau erklärte, wen er eingeladen hatte und wer gekommen war. Interviewer von zwei Rundfunksendern; ich hatte doch hoffentlich nichts dagegen? Sie wollten nur gern meine Antworten auf ihre Fragen auf Band aufnehmen. Ich würde also in ein Mikrofon sprechen müssen. Schlimm? Außerdem waren da noch die Tageszeitungen, die Wochenzeitungen, die Frauenzeitschriften und ein, zwei Leute, die eigens mit dem Flugzeug von Kapstadt und Durban angereist waren.
Ich wünschte, ich hätte das Ganze nicht vorgeschlagen. Jetzt war es zum Weglaufen zu spät.
Es blieb nur eins, dachte ich, als der Lift zischend anhielt und die Tür zurückglitt, nämlich so etwas wie eine Vorstellung zu geben. Zu schauspielern.
«Warten Sie mal«, sagte ich zu Wenkins.
Er blieb mit mir vor dem Lift stehen, als die Tür sich hinter uns schloß.
«Was ist?«fragte er bang.
«Nichts. Ich brauche nur ein paar Sekunden Zeit, bevor wir reingehen.«
Er verstand es nicht, dabei war das, was ich machte, ein keineswegs nur Berufsschauspielern geläufiges Verfahren. Die Lenden gürten, nannte es die Bibel. Das Adrenalin in Bewegung bringen. Den Herzschlag ankurbeln. Geistig in den höchsten Gang schalten. Politiker konnten das in knapp drei Sekunden.
«Okay«, sagte ich.
Er seufzte erleichtert, überquerte den Korridor und öffnete eine schwere, polierte Tür auf der anderen Seite.
Wir gingen hinein.
Sie kamen von Sofas und vom Teppichboden hoch, stießen sich müde von den Wänden ab, stupsten ein oder zwei Zigaretten aus, steckten sich neue an.
«Tag«, sagte einer von den Männern, und die anderen sahen wie ein Rudel Urwaldtiere abwartend zu. Er gehörte zu denen, die am Flughafen gewesen waren. Wie sie alle hatte er keinen Grund anzunehmen, daß ich jetzt anders sein würde.
