Schnell bis Mai, Schneckentempo seit Juni.

Wenn sie umherreisten, hieß das wohl auch, daß ihr Versagen sich nicht auf etwas in ihrem Stammquartier zurückführen ließ.

Keine Krankheit. Kein Doping. Keine feste Adresse. Kein gemeinsamer Jockey.

Das alles deutete auf nur eine Lösung hin. Eine einzige Wurzel des Übels.

Der Trainer selbst.

Ein Trainer konnte relativ leicht dafür sorgen, daß eins seiner Pferde nicht gewann, wenn er das wollte. Er brauchte ihm bloß einen zu harten Galopp zu kurz vor dem Rennen aufzubürden. Tatsächlich wurden so viele Rennen ungewollt auf diese Weise verloren, daß sich unmöglich nachweisen ließ, ob jemand es mit Absicht machte.

Trainer dopten ihre Pferde selten zur Minderung der Leistung, da sie in der Regel mehr zu gewinnen hatten, wenn die Pferde siegten. Mir sah es aber ganz so aus, als müsse Arknold hier der Verantwortliche sein, selbst wenn die Methode, die er anwandte, die einfachste der Welt war.

Ich dachte, Nerissas Problem sei dadurch zu lösen, daß sie mit ihren Pferden zu einem anderen Trainer ging.

Ich dachte, ich könnte eigentlich gleich nach Hause fliegen und ihr das sagen.

Zwei böse Hindernisse gab es.

Ich hatte eine Premiere in vierzehn Tagen zugesagt.

Und wenn ich auch ahnte, wer die Pferde manipulierte und wie, so wußte ich doch nicht warum.

Kapitel 5

Die Damen und Herren von der Presse (oder anders gesagt, ein teilweise rasierter, Rollkragen tragender, kunstvoll-lässiger und uninformierter Verein) gähnten zum Steinerweichen, als ich im Dettrick-Saal von Randfontein House eintraf, während die Uhrzeiger noch auf halb zwölf standen.



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