
Er war achtundvierzig, massig, knapp ein Meter achtzig groß. Millington sagte, die Masse bestehe vorwiegend aus Muskeln, da Filmer dreimal die Woche in ein Fitneßcenter rackern gehe. Über den Muskeln befand sich ein wohlgeformter Kopf mit großen anliegenden Ohren und vollem schwarzem, graumeliertem Haar. Ich war nicht nah genug an ihn herangekommen, um die Farbe seiner Augen zu sehen, doch laut Millington waren sie grünlichbraun.
Es ärgerte Millington ziemlich, daß ich mich weigerte, Filmer groß zu beschatten. Zum einen aber hätte der mich irgendwann sicher bemerkt, und zum anderen erübrigte es sich. Filmer war ein Gewohnheitstier, sein Weg führte in vorhersehbaren Abständen vom Auto zum Lunch, zum Buchmacher, zur Tribüne, zu den Pferden. Auf jeder Bahn hatte er einen Lieblingsplatz, von wo er den Rennen zuschaute, einen Lieblingsaussichtspunkt mit Blick auf den Führring und eine Lieblingsbar, wo er meistens Lager trank und der Freundin Wodka aufdrängte. Er hatte auf zwei Rennbahnen eine Loge gemietet und stand auf mehreren anderen auf der Warteliste, wobei es ihm eher um Ungestörtheit zu gehen schien als um die großzügige Bewirtung von Freunden.
Geboren war er auf der Insel Man, dieser felsigen, den Blicken Englands entzogenen Steueroase in der stürmischen Irischen See, und aufgewachsen in einem Hort von Millionären, die hier Zuflucht vor den schwindelerregend hohen Steuern des Festlands suchten.
