Gewöhnlich fanden jeden Tag auf mindestens drei verschiedenen Bahnen in England Rennveranstaltungen statt, und manchmal war es völlig offen, wohin unser Wild gehen würde. Außerdem besuchte Filmer die Rennen seltener als Welfram, höchstens zwei-, dreimal die Woche. Filmer besaß Anteile an zahlreichen Pferden und ging für gewöhnlich dorthin, wo sie starteten; und ich schaute jeden Morgen in der Rennpresse nach ihrem Bestimmungsort.

Das Problem bei Filmer war nicht, was er machte, sondern ihn dabei zu erwischen. Auf den ersten, zweiten, dritten Blick tat er nichts Unrechtes. Er kaufte Rennpferde, ließ sie trainieren, sah sich ihre Rennen an, genoß all die Freuden eines Besitzers. Erst nach und nach in den zehn Jahren, seit Filmer auf der Bildfläche erschienen war, hatte es hochgezogene Brauen gegeben, ungläubiges Stirnrunzeln, verwundert geschürzte Lippen.

Filmer kaufte hin und wieder Pferde auf Auktionen, über einen Agenten oder Trainer, erstand sie meistens aber aus privater Hand, ein völlig korrektes Verfahren. Jeder Besitzer hatte jederzeit die Möglichkeit, seine Pferde an jemand anders zu verkaufen. Das Erstaunliche an einigen Erwerbungen Filmers war, daß niemand erwartet hätte, der frühere Besitzer würde das Pferd überhaupt verkaufen.

Millington hatte mich während meiner ersten Woche beim Sicherheitsdienst schon über ihn informiert, jedoch nur als jemand, auf den man allgemein achten sollte, nicht als vordringlichen Fall.

«Er setzt Leute unter Druck«, sagte Millington.»Da sind wir uns sicher, aber wir wissen nicht wie. Er ist viel zu gerissen, um was vor unserer Nase zu machen. Glauben Sie nur nicht, daß Sie ihn erwischen, wie er bündelweise Geld für Informationen verteilt oder irgend so etwas Plumpes. Halten Sie nach Leuten Ausschau, die nervös sind, wenn er in der Nähe ist, okay?«

«In Ordnung.«

Von denen hatte ich einige ausgemacht.



13 из 355