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Gezeitensturm minus sechsunddreißig
Die zweite Schicht dieses Arbeitstages hatte gerade erst begonnen, und schon jetzt war Birdie Kelly klar, dass diese Schicht ganz mies werden würde. Der neue Fachbereichsleiter mochte noch eine halbe Welt entfernt sein, sich immer noch auf der Sternenseite aufhalten, doch schon jetzt machte der Boss sich Gedanken über dessen unmittelbar bevorstehende Ankunft.
»Wie kann jemand, der dieses System bisher noch nicht einmal besucht hat, die Fachkompetenz besitzen, den Verkehr zwischen Opal und Erdstoß zu überwachen?« Max Perry blickte Birdie aus blassen, unglücklichen Augen an. Birdie erwiderte den Blick, sah das vorspringende Kinn des Mannes — eindeutig Mangelernährung! — und dachte kurz daran, wie gut es ihrem Gegenüber wohl tun würde, einfach mal eine anständige Mahlzeit zu sich zu nehmen und einen oder zwei Tage lang ein wenig auszuspannen.
»Der Verkehr von Erdstoß ist unser Job!«, fuhr Perry fort. »Wir machen das jetzt seit sechs Jahren. Wie viel weiß denn dieser Rebka überhaupt darüber — ein absolut Fremder hier? Gar nichts! Denken die im Hauptquartier des Kreises denn, da sei doch gar nichts dabei, und jeder Vollidiot wäre in der Lage, mit Erdstoß zurechtzukommen?! Wir wissen, warum es so wichtig ist, den Zugang zu Erdstoß zu untersagen. Vor allem jetzt, wo der Gezeitensturm unmittelbar bevorsteht. Aber wissen die das etwa?«
Birdie hörte sich Max Perrys schier endlosen Strom aus Klagen an und nickte mitfühlend. Eines war schon einmal sicher: Perry war ein guter Mann und ein gewissenhafter Boss, aber eine gewisse Besessenheit war ihm nicht abzusprechen. Und dieser Captain Hans Rebka, wer auch immer das sein mochte, würde Birdie das Leben eindeutig noch schwerer machen.
