Mit äußerstem Scharfsinn war er alle Probleme angegangen, doch zugleich auch mit der notwendigen Härte. Diese letzte Aufgabe — eine Dienstzeit von einem Jahr hier auf Opal — war fast nur noch eine Formalität gewesen, ein letztes Härten des Stahls, bevor Perry als geeignet für einen Posten in der Planetaradministration erachtet werden sollte.

Er hatte sich dieser Aufgabe gestellt. Er war nach Opal gekommen. Und dort war er auch geblieben. All die Jahre auf einem Posten ohne jegliche Aufstiegschance: Perry weigerte sich, diesen Posten wieder aufzugeben, und all der Ehrgeiz, den er früher stets an den Tag gelegt hatte, war wie weggeblasen. Warum?

Der Mann selbst gab keinerlei Hinweise, die eine Antwort auf diese Frage zugelassen hätten. Er war blass und wirkte sehr angespannt; doch Rebka konnte eine ähnliche Blässe und eine ebensolche Anspannung auch entdecken, wenn er selbst in den Spiegel blickte. Sie beide hatten ihre ersten Lebensjahre auf Planeten verbracht, auf denen das Überleben an sich bereits eine Leistung darstellte und es unmöglich war, es sich einfach gut gehen zu lassen. Perrys deutlich hervortretender Kropf sprach Bände davon, dass auf seiner Heimatwelt kontinuierlicher Jodmangel herrschte, und seine dünnen, etwas gekrümmten Beine ließen darauf schließen, dass er als Kind an Rachitis erkrankt war. Brühwelt machte es jeglicher Flora alles andere als einfach. Gleichzeitig jedoch wirkte Perry momentan, als sei sein Gesundheitszustand ausgezeichnet — das war etwas, das Rebka zu gegebener Zeit überprüfen wollte und auch würde. Doch Perrys körperliche Verfassung machte nur um so augenfälliger, dass die Lösung des Rätsels eher in der psychischen Verfassung des Mannes zu finden sein musste. Hier fündig zu werden würde sehr viel schwieriger werden.

Rebka war beileibe nicht der Einzige, der sein Gegen- über so genau musterte. Während Perry und er also die förmlichen Grüße ihrer jeweiligen vorgesetzten Behörden austauschten, zog Perry, das wusste Rebka sofort, seine eigenen Schlüsse.



25 из 346