Wir hatten uns eine Weile an den phantastischen Gestalten ergötzt, als ich auf einmal meinen Namen mit einem unleidlichen Tone ausrufen hörte. Wir wandten uns. Da erschienen zwei abgeschmackte, gezierte, hagre, blasse Püppchens, die sich einander Alceste! Admet! nannten, voreinander sterben wollten, ein Geklingele mit ihren Stimmen machten als die Vögel und zuletzt mit einem traurigen Gekrächz verschwanden.


Admet.

Es war lächerlich anzusehen. Wir verstunden das nicht, bis erst kurz ein junger Studiosus herunter kam, der uns die große Neuigkeit brachte, ein gewisser Wieland habe uns ungebeten wie Euripides die Ehre angetan, dem Volke unsre Masken zu prostituieren. Und der sagte das Stück auswendig von Anfang bis zu Ende her. Es hat's aber niemand ausgehalten als Euripides, der neugierig und Autor genug dazu war.


Euripides.

Ja, und was das Schlimmste ist, so soll er in eben den Wischen, die du herumträgst, seine Alceste vor der meinigen herausgestrichen, mich herunter und lächerlich gemacht haben.


Mercurius.

Wer ist der Wieland?


Literator.

Hofrat und Prinzenhofmeister zu Weimar.


Mercurius.

Und wenn er Ganymeds Hofmeister wäre, sollt er mir her. Es ist just Schlafenszeit, und mein Stab führt eine Seele leicht aus ihrem Körper.


Literator.

Mir wird's angenehm sein, solch einen großen Mann bei dieser Gelegenheit kennen zu lernen.


Wielands Schatten in der Nachtmütze tritt auf.


Wieland.

Lassen Sie uns, mein lieber Jacobi.


Alceste.

Er spricht im Traum.




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