«Sie schaffen das schon, da bin ich sicher. Sie haben doch schon öfter Dinge getan, von denen die Leute meinten, sie seien nicht machbar. Ich mußte kommen, ich halte das alles nicht mehr aus. George auch nicht… nicht drei Jahre hintereinander. >Tri-Nitro< muß gewinnen. Sie müssen dafür sorgen, daß nichts dazwischenkommt. Sie müssen.«

Sie zitterte plötzlich noch heftiger als zuvor und sah ganz so aus, als würde sie im nächsten Augenblick einen hysterischen Anfall bekommen. Weniger aus dem Gefühl heraus, zur Lösung der mir zugedachten Aufgabe in der Lage zu sein, sondern eher in dem Bemühen, sie zu beruhigen, sagte ich:»Also gut, Rosemary. Ich will es versuchen.«

«Er muß gewinnen«, sagte sie.

Ich erwiderte besänftigend:»Warum sollte er auch nicht.«

Ihrem unfehlbaren Gespür entging der Unterton nicht, der sich ganz gegen meinen Willen in meine Worte eingeschlichen hatte: die Skepsis und eine selbstgefällige Neigung, ihr Drängen als Ergebnis der Hirngespinste einer nur allzu leicht erregbaren Frau abzutun. Ich konnte diese Nuancen selbst hören, hörte sie voller Unbehagen mit ihren Ohren.

«Du liebe Güte, ich verschwende nur meine Zeit, nicht wahr?«sagte sie bitter und stand auf.»Sie sind wie alle Männer. Sie glauben, mir sind die Wechseljahre aufs Gehirn geschlagen, und das erklärt dann alles.«

«Das stimmt nicht. Ich habe doch gesagt, daß ich’s versuchen will.«

«Ja. «Ihre ganze Verachtung lag in diesem einen Wort. Sie war dabei, ihren eigenen Zorn anzufachen, brauchte wohl eine Explosion. Genau genommen reichte sie mir ihr leeres Glas nicht, sondern warf es nach mir. Ich konnte es nicht auffangen, und es fiel auf die Kante des Couchtisches, wo es zerbrach.

Sie blickte auf die glitzernden Glassplitter hinab und rang um Beherrschung.

«Tut mir leid«, sagte sie kurz.



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