
«Warum erzählen Sie mir nicht einfach, was Sie von mir wünschen?«fragte ich.»Sollte ich Ihnen nicht behilflich sein können, werde ich es Ihnen sagen.«
Die Vorstellung, daß ich ihr vielleicht gar nicht würde helfen können, ließ ihre alten Befürchtungen zurückkehren und sie wieder in ihrem Regenmantel zittern.
«Es gibt niemanden sonst«, sagte sie.»Ich kann mich an keinen anderen wenden. Ich muß mich darauf verlassen… ich muß… daß Sie all das auch können… was Sie angeblich können sollen.«
«Ich bin nicht Superman«, wandte ich ein.»Ich schnüffle nur ein bißchen rum.«
«Nun ja… o Gott…«Das Glas schlug klirrend gegen ihre Zähne, als sie es bis zum letzten Tropfen leerte.»Ich hoffe zu Gott…«
«Ziehen Sie erst mal den Mantel aus«, redete ich ihr zu.»Nehmen Sie noch einen Gin, setzen Sie sich bequem hin und erzählen Sie der Reihe nach, von Anfang an.«
Sie erhob sich wie benommen, knöpfte den Mantel auf, warf ihn neben sich und nahm wieder Platz.
«Es gibt keinen Anfang.«
Sie nahm das wieder gefüllte Glas und drückte es an ihre Brust. Die jetzt sichtbare Garderobe bestand aus einer cremefarbenen Seidenbluse unter einem nach Kaschmir aussehenden, rostroten Pullover, einer schweren Goldkette und einem gut sitzenden, schwarzen Rock — all dies der alltägliche Ausdruck materieller Sorgenfreiheit.
«George ist bei einem Abendessen«, sagte sie.»Wir bleiben über Nacht hier in London… Er denkt, daß ich im Kino bin.«
Ihr Mann George gehörte zu den drei Spitzentrainern Großbritanniens und international wahrscheinlich zu den zehn besten. Er wurde auf den Rennplätzen zwischen Hongkong und Kentucky als einer der Großen seiner Zunft verehrt. In Newmarket aber, wo er lebte, war er der absolute König. Wenn seine Pferde das Derby, das Arc de Tri-omphe oder das Washington International gewannen, überraschte das niemanden.
