Jahr für Jahr gelangte ein Großteil vom Besten, was die Vollblutzucht zu bieten hat-te, in seinen Stall, und es genügte schon, ein Pferd bei ihm stehen zu haben, um dem Besitzer ein gewisses Ansehen zu verleihen. George Caspar konnte es sich leisten, jedes Pferd und jeden Besitzer abzuweisen. Gerüchte wollten wissen, daß er Frauen dagegen nur selten zurückwies — und wenn das Rosemarys Problem war, so würde ich ihr ganz bestimmt nicht helfen können.

«Er darf’s nicht erfahren«, sagte sie nervös.»Sie müssen mir versprechen, ihm nicht zu erzählen, daß ich hier war.«

«Ich verspreche es unter Vorbehalt«, sagte ich.

«Das ist mir nicht genug.«

«Das muß es aber sein.«

«Sie werden ja sehen«, sagte sie.»Sie werden sehen, warum…«Sie nahm einen Schluck.»Er gibt es vielleicht nicht zu, aber er macht sich entsetzliche Sorgen.«

«Wer. George?«

«Natürlich George, wer denn sonst? Stellen Sie sich doch nicht so dämlich an. Für wen sonst würde ich es wohl auf mich nehmen, in dieser blödsinnigen Verkleidung hierher zu kommen?«

Der Zornesausbruch ließ ihre Stimme schrill werden, was sie zu überraschen schien. Ich konnte sehen, wie sie ein paarmal tief Luft holte, bevor sie weitersprach:»Was halten Sie von >Gleaner<?«

«Hm«, sagte ich.»Eine Enttäuschung.«

«Die reinste Katastrophe«, sagte sie,»das wissen Sie ganz genau.«

«So etwas ist immer mal drin«, entgegnete ich.

«Nein, so etwas ist ganz und gar nicht drin. Einer der besten Zweijährigen, die George je hatte. Hat die drei großen Rennen für Zweijährige alle brillant gewonnen. Galt dann den ganzen Winter über als der Favorit für die 2000 Guineas und das Derby. Alle waren sich einig, daß er ganz groß rauskommen, ein Spitzenpferd werden würde.«

«Ja«, sagte ich,»ich erinnere mich.«

«Und was war dann? Im vergangenen Frühjahr lief er bei den Guineas und war eine große Pleite. Totaler Flop. Und kam fürs Derby auch nicht annähernd in Frage.«



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