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Der weithin sich erstreckende Friedhof war im Morgenlicht ein Anblick von atemberaubender Schönheit. Die Reihen schimmernder Grabmäler verliefen durch das Tal und über alle Hänge und Hügel. Der Rasen, gemäht und geschnitten mit hingebungsvoller Sorgfalt, glich einem smaragdgrünen Tuch und verbarg die Rauheit des Erdreichs, in das er seine Wurzeln grub. Die stattlichen Kiefern auf den Wegen zwischen den Gräberfeldern bewirkten ein leises, klagendes Ächzen.

»Ergreifend«, sagte der Kapitän des Leichentransporters.

Er pochte sich auf die Brust, um mir genau zu zeigen, wo es ihn ergriff. Er war ein Dummkopf, dieser Kapitän.

»Man erinnert sich der Mutter Erde«, versicherte er mir, »an jedem Tag, den man fort ist, während all der Jahre im Weltraum und auf den anderen Planeten. Man ruft sie sich genau in Erinnerung. Dann landet man, öffnet die Schleuse und betritt ihre Oberfläche, und plötzlich sieht man, daß man sich nur der Hälfte von allem entsonnen hat, daß Mutter Erde zu groß ist und zu schön, um sie ganz im Gedächtnis behalten zu können.«

Hinter uns, im zugewiesenen Areal, zischte der Leichentransporter noch von der Reibungshitze der Landung. Aber die Mannschaft wartete nicht darauf, daß die Hitze wich. In der Höhe schwangen die schwarzen Pfortluken auf, Kräne fuhren aus, deren Ketten klirrten und rasselten, und man schickte sich an, die Fracht zu löschen. Von einem langen, flachen Gebäude, das ich für eine Lagerhalle hielt, kamen Fahrzeuge schnell über das Feld gerollt, um die Särge in Empfang zu nehmen.

Der Kapitän widmete den Vorgängen keine Aufmerksamkeit. Er stand da und starrte über den Friedhof. Er schien wie gebannt davon zu sein. Er vollführte eine alles umfassende Geste.

»Meilen um Meilen«, sagte er. »Nicht bloß hier in Nordamerika, sondern auch anderswo. Das ist nur ein winziger Teil.«

Er erzählte mir nichts, das ich nicht schon wußte. Ich hatte alle Lektüre gelesen, welche es über die Erde gab.



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