
In seiner netten, glatten Art trug er eine Spur zu dick auf, denn im Lauf der Jahre hatten viele Leute der Künste, wie er sie nannte, der Erde ihre Aufmerksamkeit geschenkt, und zwar ausnahmslos unter der äußerst zuvorkommenden und mütterlichen Anleitung der Mother Earth Inc. selbst. Auch ohne das Wissen um diese Gönnerschaft vermochte man sie zu erraten. Das meiste ihrer Werke klang, las sich oder sah so aus wie hochdotierte Reklamemachwerke zur Werbung für den Friedhof.
»Eine freundliche Gegend hier«, sagte ich, eher gesprächsweise beiläufig als aus besonderem Grund.
Er wußte nicht, daß ich es hören wollte, aber das wollte ich. Er rückte sich bequemer im Sessel zurecht, wie eine Henne, die über ihre Eier das Gefieder plustert, bevor sie sich zum Brüten niederläßt.
»Gewiß haben Sie die Kiefern gehört«, sagte er. »Sie singen ein Lied. Sogar hier oben, wenn man ein Fenster öffnet, vernimmt man ihren Gesang. Auch nach dreißig Jahren kann ich ihnen noch stundenlang lauschen. Es ist das Lied eines ewigen Friedens, den man so vollständig nirgendwo zu finden vermag wie hier auf der Erde. Manchmal habe ich den Eindruck, daß es nicht bloß ein Lied der Kiefern und des Windes ist, auch nicht allein eins der Erde, sondern das Lied einer über die Galaxis verstreuten Menschheit, die am Ende gemeinsam hier in der Heimat ihre Ruhe findet.«
»Soviel habe ich nicht gehört«, antwortete ich. Mir war das Ächzen und Knarren der Bäume eher wie das Stöhnen unerlöster Seelen erschienen. »Vielleicht fällt es mir mit der Zeit noch auf, wenn ich länger gelauscht habe. Deshalb bin ich ja hier.«
Genauso gut hätte ich schweigen können. Er hörte mir gar nicht zu. Er hatte sein Sprüchlein aufzusagen, so eine großmächtige Leier, und er beabsichtigte das zu tun und sonst nichts.
»Seit mehr als dreißig Jahren«, sprach er weiter, »verneige ich mich in jedem bewußten Moment vor den großen Idealen der Letzten Heimkehr.
