
Einer davon stellte eine Wüstenlandschaft dar: gelber Sand, ein kleiner Palmenhain, eine Kamelkarawane mit zwei winzigen arabischen Treibern. Aus Plastilin waren Lehmhütten nachgebildet worden. Dann gab es einen italienischen Garten mit Terrassen und kunstvollen Blumenbeeten, in denen eine ganze Blütenpracht aus Siegellack-Blumen leuchtete. Ein anderer der kleinen Gärten zeigte eine Polarlandschaft mit grünen Glasstücken als Eisberge und Gruppen von Pinguinen. Auch ein japanischer Garten fehlte nicht: Kleine, verkrüppelte Bäumchen standen darin, Glasscheiben stellten Teiche dar, über die sich Brücken schwangen, von Lydia ebenfalls aus Plastilin angefertigt.
Alfred sah ihr zu. Sie hatte in die kleine Grube blaues Papier gelegt und es mit Glas bedeckt. Ringsum ragten Felsblöcke auf. In diesem Augenblick schüttete sie groben Schotter aus, um ein Ufer daraus zu bilden. Zwischen den großen Steinen standen ein paar kleine Kaktuspflanzen.
«Ja, genauso habe ich es mir vorgestellt, ganz genauso», murmelte Lydia vor sich hin.
«Was stellt dein neuestes Kunstwerk dar?», fragte Alfred.
Sie erschrak, denn sie hatte ihn nicht kommen hören.
«Das? Das Tote Meer, Alfred. Gefällt es dir?»
«Ist es nicht ein wenig zu dürr und unfruchtbar? Ich meine, sollte die Vegetation nicht etwas reicher sein?»
Sie schüttelte den Kopf. «Nein, so stelle ich mir das Tote Meer vor – wirklich tot, weißt du.»
Schritte auf der Terrasse. Ein älterer, weißhaariger Butler kam leicht gebeugt auf sie zu.
