Nicht verstehet und nicht dazu von Herzen bewegt wird?

Lieber möcht' ich als je mich heute zur Heirat entschließen;

Denn manch gutes Mädchen bedarf des schützenden Mannes

Und der Mann des erheiternden Weibs, wenn ihm Unglück bevorsteht.»

Lächelnd sagte darauf der Vater:»So hör ich dich gerne!

Solch ein vernünftiges Wort hast du mir selten gesprochen.»

Aber es fiel sogleich die gute Mutter behend ein:

«Sohn, fürwahr! du hast recht; wir Eltern gaben das Beispiel.

Denn wir haben uns nicht an fröhlichen Tagen erwählet,

Und uns knüpfte vielmehr die traurigste Stunde zusammen.

Montag morgens — ich weiß es genau, denn Tages vorher war

Jener schreckliche Brand, der unser Städtchen verzehrte -

Zwanzig Jahre sind's nun; es war ein Sonntag wie heute,

Heiß und trocken die Zeit und wenig Wasser im Orte.

Alle Leute waren, spazierend in festlichen Kleidern,

Auf den Dörfern verteilt und in den Schenken und Mühlen.

Und am Ende der Stadt begann das Feuer. Der Brand lief

Eilig die Straßen hindurch, erzeugend sich selber den Zugwind.

Und es brannten die Scheunen der reich gesammelten Ernte,

Und es brannten die Straßen bis zu dem Markt, und das Haus war

Meines Vaters hierneben verzehrt und dieses zugleich mit.

Wenig flüchteten wir. Ich saß, die traurige Nacht durch,

Vor der Stadt auf dem Anger, die Kasten und Betten bewahrend;

Doch zuletzt befiel mich der Schlaf, und als nun des Morgens

Mich die Kühlung erweckte, die vor der Sonne herabfällt,

Sah ich den Rauch und die Glut und die hohlen Mauern und Essen.

Da war beklemmt mein Herz; allein die Sonne ging wieder

Herrlicher auf als je und flößte mir Mut in die Seele.

Da erhob ich mich eilend. Es trieb mich, die Stätte zu sehen,



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