Wo die Wohnung gestanden, und ob sich die Hühner gerettet,

Die ich besonders geliebt; denn kindisch war mein Gemüt noch.

Als ich nun über die Trümmer des Hauses und Hofes daherstieg,

Die noch rauchten, und so die Wohnung wüst und zerstört sah,

Kamst du zur andern Seite herauf und durchsuchtest die Stätte.

Dir war ein Pferd in dem Stalle verschüttet; die glimmenden Balken

Lagen darüber und Schutt, und nichts zu sehn war vom Tiere.

Also standen wir gegeneinander, bedenklich und traurig:

Denn die Wand war gefallen, die unsere Höfe geschieden.

Und du faßtest darauf mich bei der Hand an und sagtest:

›Lieschen, wie kommst du hieher? Geh weg! du verbrennest die Sohlen;

Denn der Schutt ist heiß, er sengt mir die stärkeren Stiefeln.‹

Und du hobest mich auf und trugst mich herüber durch deinen

Hof weg. Da stand noch das Tor des Hauses mit seinem Gewölbe,

Wie es jetzt steht; es war allein von allem geblieben.

Und du setztest mich nieder und küßtest mich und ich verwehrt' es.

Aber du sagtest darauf mit freundlich bedeutenden Worten:

›Siehe, das Haus liegt nieder. Bleib hier, und hilf mir es bauen,

Und ich helfe dagegen auch deinem Vater an seinem.‹

Doch ich verstand dich nicht, bis du zum Vater die Mutter

Schicktest und schnell das Gelübd' der fröhlichen Ehe vollbracht war.

Noch erinnr' ich mich heute des halbverbrannten Gebälkes

Freudig und sehe die Sonne noch immer so herrlich heraufgehn;

Denn mir gab der Tag den Gemahl, es haben die ersten

Zeiten der wilden Zerstörung den Sohn mir der Jugend gegeben.

Darum lob ich dich, Hermann, daß du mit reinem Vertrauen

Auch ein Mädchen dir denkst in diesen traurigen Zeiten

Und es wagtest zu frein im Krieg und über den Trümmern.»



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