
»Ich bin hier, um das erste Rennen von hinten zu beobachten.«
»Krach mit Carlos?«
Boom Boom war mit einem reichen Südamerikaner zusammen, der in New York und Buenos Aires lebte.
»Er ist dieses Wochenende nicht hier.«
»Dann bist du also auf Angeltour?« Boom Boom gabelte gerne Männer auf.
»Du kannst so ekelhaft sein, Harry. Das ist kein schöner Zug von dir. Ich bin hier, um unsere Beziehung zu kitten.«
»Wir haben keine Beziehung.«
»O doch.«
»Sie stellen sich auf, das Startband ist oben«, erklang die Stimme des Rennbahnsprechers, während er auf das endgültige Hochschnellen des Bandes wartete, »und das Rennen ist gestartet.«
»Ich muß bei diesem Rennen arbeiten.« Harry schob Boom Boom gewaltsam zur Seite, dann nahm sie ihren Posten auf der Barriere ein, die mit dem Hindernis genau auf gleicher Höhe lag. Stürzte ein Reiter, konnte sie den Jockey schnell erreichen, sobald alle anderen Pferde über das Hindernis gesetzt hatten, während die Begleitreiter dem durchgegangenen Pferd nachjagten.
Die ersten Sprünge lockerten die Pferde auf und beruhigten die Jockeys. Bis sie Harrys Hindernis erreichten, würde der Kampf um die besseren Positionen in vollem Gang sein. Das erste Hindernisrennen ging über eine Strecke von 3500 Meter; die Teilnehmer würden nur einmal an Harrys Hindernis vorbeikommen. Das erste Rennen war ein Flachrennen. Harry konnte diesem Eröffnungsrennen nicht zusehen, weil es zu lange dauern würde, bis sie für das zweite Rennen auf ihren Posten zurückgekehrt war, dem Beginn der eigentlichen Hindernisrenn-Veranstaltung. Dieses Rennen und alle anderen, bis auf das fünfte, den Virginia Hunt Cup, gingen über Besen, womit die künstlichen Grand-National-Hindernisse gemeint waren, die vor einigen Jahren das natürliche Gebüsch ersetzt hatten. Der Grund der Umstellung war, daß das natürliche Buschwerk eine unterschiedliche Dichte hatte.
