
Das Startsignal zum dritten Rennen zwang Harry, noch schneller zu essen. Sie spülte die letzten Bissen mit Tee und Cola herunter.
»Hast du noch was übrig?«
»Tucker, nimm deine Nase aus dem Becher.«
»War bloß neugierig.«
Harry wischte die Krümel weg, sammelte ihren Abfall ein und stellte sich auf ihren Posten.
Sie hörte einen Knall, dann einen zweifachen Schuß. Fehlstart. Die zerrten immer an den Nerven von Reitern und Pferden. Der Rennbahnsprecher bat die Pferde erneut an den Start. »Auf die Plätze. Ab. Sie sind gestartet!« Das dritte Rennen, das Noel Laing Stakes, viertausend Meter über Besen, war das zweitgrößte Rennen des Tages, mit 30.000 Dollar dotiert - sechzig Prozent für den Sieger.
Die Spannung war regelrecht hörbar. Die Pferde stürmten aus dem Blickfeld, und Harry hörte das Donnern der Hufe; der Boden zitterte wie Wackelpudding. Der in Führung liegende Hellbraune war den anderen weit voraus. Alle setzten über Harrys Hindernis, ein Pferd allerdings zögerte. Der Jockey hielt an, sein grüner Dreß mit einem blauen Kreuz klebte schon schweißnaß an seinem Körper.
Harry wußte, daß dieses Rennen über viertausend Meter ging. Die Pferde würden in wenigen Minuten wieder vorbeikommen. Sie lief zu dem Jockey, Coty Lamont.
»Alles in Ordnung?«
»Er lahmt auf einmal. Ich geh ans Innenrail.« Coty saß ab, sorgsam darauf bedacht, die Zügel festzuhalten, während Harry das Pferd am Zaumzeug hielt. »Der Tierarzt ist da drüben.«
»Sehnenschwellung, fürchterlich, Coty.« Harry hoffte, daß sie sich irrte, denn Sehnenverletzungen heilten sehr langsam, und bei einem Sehnenbug war das Risiko einer Neuverletzung hoch.
