
Bell kehrte Kris den Rücken und sagte, im Eßzimmer gebe es zu essen. Dort standen weiß gedeckte Tische mit goldenen Partyservice-Stühlen drumherum und ein herbstliches Büfett, wie Millionäre und hungrige Wetterpropheten es sich nur wünschen konnten. Ich stellte mir einen unverschämt vollen Teller zusammen und wurde von Evelyn Darcy nachdrücklich aufgefordert, an dem runden Tisch Platz zu nehmen, wo ihr Mann und vier andere Gäste sich gebratenes Moorhuhn zu Gemüte führten.
Die vier Unbekannten hatten das übliche Aha-Erlebnis mit mir und ließen sich versprechen, daß es für den Rest des Tages nicht regnen würde; ich lächelte und ging gern auf sie ein, da ich meinen Beruf wirklich mag und ein wenig Werbung niemals schadet.
Einer der Unbekannten entpuppte sich als der Spitzentrainer George Loricroft, ein distinguierter Mittvierziger, und neben ihm saß seine blonde, auffallend gutgebaute junge Frau Glenda. Wann immer Glenda etwas sagte, widersprach ihr dominanter Mann oder unterbrach sie. Hinter Glendas nervösem Kichern, schien mir, verbarg sich bitterer Groll.
Evelyn Darcy mit ihrer dreireihigen Perlenkette und dem schwarzen Kleid hatte nicht nur zu viel Spray im silbergrauen Haar, sondern war auch entschieden zu neugierig, um sich mit Fragen zurückzuhalten. Sie wollte wissen — und tat es lautstark kund —, ob Kris und ich uns mit unseren vielen Fernsehauftritten eine goldene Nase verdienten. Sonst könne sich Kris doch wohl kein Flugzeug leisten.
Alle hörten sie. Kris, auf der anderen Raumseite, schüttelte sich vor Lachen, zwinkerte mir zu und antwortete ihr noch lauter:»Wir sind im öffentlichen Dienst. Wir kriegen Beamtengehälter. Ihr bezahlt uns — und das langt kaum, um den Kondombedarf zu decken.«
Die Reaktionen auf diese intime und unzutreffende Enthüllung reichten von Gelächter unter den Gästen bis zu Abneigung und Verlegenheit. Ich aß friedlich mein Moorhuhn. Wenn man mit Kris befreundet war, mußte man sich mit dem ganzen Kris abfinden. Er hätte viel Schlimmeres sagen können. Hatte er mitunter auch schon.
