Ihr Mann, der sein Glas wieder abgestellt hatte, wippte ein wenig auf Fersen und Zehen, die Hände auf dem Bauch gefaltet. Sein ohnehin geringes Interesse an mir schwand zusehends, und bald wanderte er mit Evelyn im Schlepptau davon, um sich lohnendere Gesprächspartner zu suchen.

Belladonna kehrte mit ihrer Karaffe zurück und schaute hinter den Darcys her.»Wenn Sie kluge Köpfe mögen, ist er Ihr Mann.«

«Worin ist er denn klug?«

Bells helle Wimpern flatterten.»Das ist wie Schönheit. Angeboren. Er ist es einfach.«

Darcy wirkte aber, wie er so umherlief, unscheinbar und wenig eindrucksvoll. Evelyns Plauderstimme war es, die dominierte.

«Lassen Sie sich nicht täuschen«, meinte Bell.

«Nein.«

«Kris sagt, Sie hätten ihm schon ein paarmal das Leben gerettet.«

Nach einem Moment antwortete ich:»Er hat gern mit Zügen gespielt.«

«Jetzt nicht mehr?«

«Immer seltener.«»Ich wollte nicht mit ihm fliegen«, sagte sie.»Dauernd gab es Streit deshalb. «Nach einer Pause setzte sie hinzu:

«Das war das Aus für uns. Macht er Ihnen keine Angst?«

Vor einem Jahr noch hatten die Züge fast einmal den Sieg davongetragen; den ganzen Abend hatte ich bei ihm gesessen, während er wie ein Fötus zusammengerollt dalag und vor sich hin stöhnte, um dann schließlich gequält nur ein einziges Wort herauszubringen:»Tödlich.«

Ein paar Schritte entfernt war Kris gerade am Abheben: Er erzählte einen Fliegerwitz und rief heiteres Gelächter hervor.

«Herrgott!«stöhnte Bell.»Den hab ich ihm vor Jahren erzählt.«

«Gute Witze welken nicht.«

«Wissen Sie, daß er manchmal Gedichte schreibt?«

«Mhm. «Ich schwieg.»Meistens mit wissenschaftlichem Inhalt.«

«Ich habe gesehen, wie er sie zerrissen hat.«

Ich auch. Eine Form von Selbstmord, hatte ich gedacht; aber es war doch besser, wenn es die Gedichte traf.



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