
«Ich könnte es nicht ausstehen, wenn Männer in meine Küche kommen«, sagte sie gereizt,»und rumschnüffeln und meckern.« «Sie tun natürlich nur ihre Pflicht«, sagte die Frau des Sheriffs in scheuer Ergebenheit.
«Pflicht ist ja schön und gut«, erwiderte Mrs. Hale schroff,»aber ich finde, der Hilfssheriff, der hier war, um das Feuer zu machen, hätte ruhig ein bisschen aufräumen können. «Sie zog an dem Rollhandtuch.»Wenn mir das bloß früher eingefallen wäre! Ist doch gemein, so über sie zu reden, weil sie hier nicht alles blank geputzt hatte, wo sie doch so überstürzt weg musste.« Sie blickte in der Küche umher.»Blank geputzt «war sie bestimmt nicht. Ihr Blick fiel auf ein Eimerchen mit Zucker in einem der unteren Regale. Von dem Holzeimer war der Deckel abgenommen, und daneben lag eine Papiertüte — halb voll.
Mrs. Hale ging darauf zu.
«Sie wollte das hier einfüllen«, sagte sie nachdenklich bei sich.
Das Mehl zu Hause in ihrer eigenen Küche fiel ihr ein – halb gesiebt, halb nicht gesiebt. Sie war unterbrochen worden und hatte die halb fertige Arbeit liegen lassen.
Wovon war Minnie Foster unterbrochen worden? Warum war diese Arbeit bloß halb fertig gemacht? Sie wollte sie gerade zu Ende bringen — unfertige Dinge störten sie immer —, als sie plötzlich bemerkte, dass Mrs. Peters sie beobachtete — und sie wollte nicht, dass Mrs. Peters denselben Eindruck gewann wie sie, von einer Arbeit, die angefangen und dann — aus irgendeinem Grund — nicht beendet worden war.
«Das mit ihrem Obst ist ein Jammer«, sagte sie und ging auf den Küchenschrank zu, den der Bezirksstaatsanwalt geöffnet hatte, stieg auf den Stuhl und murmelte:»Ob wohl alles hin ist?« Es war ein ziemlich trauriger Anblick.»Hier ist noch ein Glas in Ordnung«, sagte sie schließlich. Sie hielt es gegen das Licht.»Es sind Kirschen. «Sie sah noch einmal hin.
