
Wie mir das gelungen ist? Zumal mein Vater selbst gemeint hatte, es sei unmöglich?
Ich bin nicht sicher. Es war alles da. Nur befanden sich die Teile nicht am selben Ort.
Seine 30 Jahre alten Manuskripte lagen in mehreren Kartons verstaut und im Verlauf der letzten sechs oder sieben Jahre spielte ich viele Male mit den verschiedenen Entwürfen herum. Ich war immer überzeugt davon, dass es möglich sei, die ursprüngliche Fassung zu rekonstruieren. Allerdings hatte ich dabei reichlich Fehlstarts. Ich musste mich mit jedem Entwurf des Manuskripts vertraut machen. Nicht anhand des Inhalts der Seiten, sondern anhand der Seiten selbst. Ich wertete sie aufgrund des Stils der Seitennummerierung und anderer Durchgängigkeitsmerkmale aus.
Ich wollte keinen Entwurf lesen, bis sich für mich etwas herauskristallisiert hatte, das ich für das wahre Manuskript hielt.
Und natürlich waren alle Entwürfe von In den finsteren Wäldern vollständig und in der richtigen Reihenfolge - bis auf die Fassung, die sich als das Original erwies und über drei verschiedene Orte verteilt war.
Letztlich hatte ich zwei Seitenstapel. Einer bestand aus den ursprünglichen Kapiteln mit Lander Dills. (Diese wurden einmal gesammelt und bei einem Kleinverlag veröffentlicht.) Der andere Stapel enthielt das ursprüngliche Manuskript, in dem etliche Seiten fehlten. Die Lücken entsprachen genau den gelöschten Lander-Dills-Seiten. Die Kapitel und die Seitennummerierungen passten perfekt zueinander. Es war, als mische man zwei Hälften eines Kartenspiels. Alles fügte sich zusammen. Ich erklärte das Werk für vollbracht, las das Manuskript und begann es abzutippen. Wie ich vermutete, hielt es meiner Prüfung stand. Es zeigten sich weder Lücken in der Geschichte noch Fehler in der Durchgängigkeit oder Logik.
Ein kleines Problem allerdings hatte ich: Ich konnte die Seiten 264 und 265 nicht finden. Ich hatte den gesamten Roman und die letzte Seite - nur die vorvorletzte und die vorletzte Seite fehlten.
