Umschwebt mit frohem Fluge nicht der Sieg

Das Heer? und eilt er nicht sogar voraus?

Und fühlt nicht jeglicher ein besser Los,

Seitdem der König, der uns weis' und tapfer

So lang geführet, nun sich auch der Milde

In deiner Gegenwart erfreut und uns

Des schweigenden Gehorsams Pflicht erleichtert?

Das nennst du unnütz, wenn von deinem Wesen

Auf Tausende herab ein Balsam träufelt?

Wenn du dem Volke, dem ein Gott dich brachte,

Des neuen Glückes ew'ge Quelle wirst

Und an dem unwirtbaren Todesufer

Dem Fremden Heil und Rückkehr zubereitest?

Iphigenie:

Das Wenige verschwindet leicht dem Blick,

Der vorwärts sieht, wie viel noch übrigbleibt.

Arkas:

Doch lobst du den, der, was er tut, nicht schätzt?

Iphigenie:

Man tadelt den, der seine Taten wägt.

Arkas:

Auch den, der wahren Wert zu stolz nicht achtet,

Wie den, der falschen Wert zu eitel hebt.

Glaub mir und hör auf eines Mannes Wort,

Der treu und redlich dir ergeben ist:

Wenn heut der König mit dir redet, so

Erleichtr ihm, was er dir zu sagen denkt.

Iphigenie:

Du ängstest mich mit jedem guten Worte;

Oft wich ich seinem Antrag mühsam aus.

Arkas:

Bedenke, was du tust und was dir nützt.

Seitdem der König seinen Sohn verloren,

Vertraut er wenigen der Seinen mehr,

Und diesen wenigen nicht mehr wie sonst.

Mißgünstig sieht er jedes Edlen Sohn

Als seines Reiches Folger an, er fürchtet

Ein einsam hülflos Alter, ja vielleicht

Verwegnen Aufstand und frühzeit'gen Tod.



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