Der Skythe setzt ins Reden keinen Vorzug,

Am wenigsten der König. Er, der nur

Gewohnt ist, zu befehlen und zu tun,

Kennt nicht die Kunst, von weitem ein Gespräch

Nach seiner Absicht langsam fein zu lenken.

Erschwer's ihm nicht durch ein rückhaltend Weigern,

Durch ein vorsätzlich Mißverstehen. Geh

Gefällig ihm den halben Weg entgegen.

Iphigenie:

Soll ich beschleunigen, was mich bedroht?

Arkas:

Willst du sein Werben eine Drohung nennen?

Iphigenie:

Es ist die schrecklichste von allen mir.

Arkas:

Gib ihm für seine Neigung nur Vertraun.

Iphigenie:

Wenn er von Furcht erst meine Seele löst.

Arkas:

Warum verschweigst du deine Herkunft ihm?

Iphigenie:

Weil einer Priesterin Geheimnis ziemt.

Arkas:

Dem König sollte nichts Geheimnis sein;

Und ob er's gleich nicht fordert, fühlt er's doch

Und fühlt es tief in seiner großen Seele,

Daß du sorgfältig dich vor ihm verwahrst.

Iphigenie:

Nährt er Verdruß und Unmut gegen mich?

Arkas:

So scheint es fast. Zwar schweigt er auch von dir;

Doch haben hingeworfne Worte mich

Belehrt, daß seine Seele fest den Wunsch

Ergriffen hat, dich zu besitzen. Laß,

O überlaß ihn nicht sich selbst! damit

In seinem Busen nicht der Unmut reife

Und dir Entsetzen bringe, du zu spät

An meinen treuen Rat mit Reue denkest.

Iphigenie:

Wie? Sinnt der König, was kein edler Mann,

Der seinen Namen liebt und dem Verehrung



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