
»Sie waren ihr Regisseur, nicht wahr?« fragte sie. »Ich hoffe, ich bekomme Zutritt zu ihrer Verhandlung. Es wird ein Zirkus werden.«
Gautier wurde sich bewusst, dass er seine Armlehnen packte, und die Heftigkeit seiner Reaktion überraschte ihn. Selbst nach den vielen Jahren rief die Erinnerung an Noelle einen Schmerz in ihm wach, der so schneidend war wie eh und je. Niemand hatte ihn so bewegt wie sie, und niemand würde ihn wieder so bewegen. Seitdem Gautier vor drei Monaten von Noelles Verhaftung gelesen hatte, konnte er an nichts anderes mehr denken. Er hatte ihr telegraphiert und geschrieben, hatte ihr angeboten, alles, was in seiner Macht stünde, für sie zu tun, aber nie hatte er eine Antwort erhalten. Er hatte nicht die Absicht, dem Verfahren gegen sie beizuwohnen, aber er wusste, er konnte nicht fernbleiben. Er sagte sich, der Grund sei, dass er sehen wollte, ob sie sich verändert habe, seitdem sie zusammengelebt hatten. Und doch gestand er sich ein, dass es ein anderer Grund war. Sein Theater – Ich musste dabeisein, um das Drama zu betrachten, Noelles Gesicht zu beobachten, wenn der Richter ihr sagte, dass sie leben würde oder sterben müsste.
Die metallische Stimme des Piloten kündigte über Bordverständigung an, dass sie in drei Minuten in Athen landen würden, und die Erregung des Vorgefühls, Noelle wiederzusehen, ließ Armand Gautier seine Luftkrankheit vergessen.
Dr. Israel Katz flog aus Kapstadt nach Athen. Er war Neurochirurg und Chefarzt am Groote Schuur, dem großen neuen, soeben erbauten Hospital. Dr. Israel Katz war als einer der führenden Neurochirurgen in der Welt anerkannt. Die medizinischen Fachzeitschriften berichteten laufend über seine Neuerungen. Unter seinen Patienten befanden sich ein Premierminister, ein Präsident und ein König.
