
Er lehnte sich auf seinem Platz in der BOAC-Maschine zurück, ein Mann mittlerer Größe mit einem markanten, intelligenten Gesicht, tief liegenden braunen Augen und langen schlanken, ruhelosen Händen. Dr. Katz war müde, und aus diesem Grunde begann er, den vertrauten Schmerz in einem linken Bein zu spüren, das gar nicht mehr vorhanden war, einem vor sechs Jahren von einem Riesen mit einer Axt amputierten Bein.
Es war ein langer Tag gewesen. Er hatte noch vor Sonnenaufgang operiert, bei einem Dutzend Patienten Visite gemacht und war aus einer Aufsichtsratssitzung des Hospitals weggegangen, um nach Athen zu dem Prozess zu fliegen. Seine Frau Esther hatte ihm abgeraten.
»Du kannst jetzt nichts für sie tun, Israel.«
Vielleicht hatte sie Recht, aber Noelle Page hatte einmal ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um das seine zu retten, und er war in ihrer Schuld. Er dachte jetzt an Noelle und hatte dasselbe unbeschreibliche Gefühl, das er immer gehabt hatte, wenn er bei ihr war. Es war, als ob die bloße Erinnerung an sie die Jahre, die sie trennten, schwinden lassen könnte. Natürlich war es eine romantische Einbildung. Nichts konnte jene Jahre je zurückbringen. Dr. Israel Katz spürte, wie das Flugzeug zitterte, als das Fahrgestell ausgefahren wurde und es zur Landung ansetzte. Er blickte durchs Bullauge, und unter ihm lag Kairo ausgebreitet, wo er in eine TAE-Maschine nach Athen und zu Noelle umsteigen würde. War sie des Mordes schuldig? Als die Maschine auf die Landebahn zusteuerte, musste er an den anderen entsetzlichen Mord denken, den sie
in Paris begangen hatte.
Philippe Sorel stand an der Reling seiner Jacht und beobachtete, wie der Hafen Piräus näher rückte. Er hatte die Seereise genossen, weil sie ihm eine der seltenen Gelegenheiten bot, seinen Fans zu entfliehen. Sorel war einer der wenigen sicheren Kassenmagneten in der Welt, wenngleich die Chancen, dass er je die Höhe des Stars erklimmen würde, äußerst gering gewesen waren.
