


BAND EINS.
Meisterdetektiv Blomquist
ERSTES KAPITEL


»Blut! Daran ist nicht zu zweifeln!« Er starrte durch das Vergrößerungsglas auf den roten Fleck. Dann schob er die Pfeife in den anderen Mundwinkel und seufzte. Natürlich war es Blut.
Was war denn auch sonst schon zu sehen, wenn man sich in den Daumen geschnitten hatte?
Dieser Fleck da sollte der endgültige Beweis dafür sein, daß Sir Henry seine Frau durch den abscheulichsten Mord beiseite gebracht hatte, den jemals ein Detektiv aufklären mußte. Aber leider – es war anders! Das Messer war ausgerutscht, als er seinen Bleistift anspitzen wollte – das war die traurige Wahrheit.
Und das war wahrhaftig nicht Sir Henrys Schuld. Vor allen Dingen deswegen, weil Sir Henry, das Rindvieh, nicht einmal existierte. Traurig war das! Warum hatten so viele Menschen das Glück, in den Slumbezirken Londons oder in den Verbre-chervierteln von Chikago geboren zu werden, wo Mord und Schießerei an der Tagesordnung waren? Während er selbst …
Er hob widerstrebend seinen Blick von dem Blutfleck und schaute aus dem Fenster.
Die Hauptstraße lag träumend und im tiefsten Frieden in der Sommersonne. Die Kastanien blühten. Es war kein lebendes Wesen zu sehen außer der grauen Katze des Bäckers, die auf der Kante des Bürgersteiges saß und sich die Pfoten leckte. Nicht das allergeübteste Detektivauge konnte etwas entdecken, was darauf hindeutete, daß ein Verbrechen begangen worden war.
