„Ja, wir werden ihm wohl einen Hund schenken müssen", sagte Papa. „Den hat er sich schon so lange gewünscht. Und wenn er den erst hat, wird er Karlsson völlig vergessen."

So ging es zu, daß Lillebror Bimbo bekam. Er bekam einen Hund, der ihm ganz allein gehörte. Und zwar an dem Tag, als er acht Jahre alt wurde.

Es war auch genau der Tag, an dem Mama und Papa und Birger und Betty endlich Karlsson mit eigenen Augen sahen. Wahrhaftig, sie sahen ihn mit eigenen Augen! Und das ging so zu: Lillebror feierte in seinem Zimmer Geburtstag. Er hatte Krister und Gunilla eingeladen. Die gingen mit ihm in dieselbe Klasse. Als nun Mama und Papa und Birger und Betty hörten, wie drinnen bei Lillebror gelacht und geplappert wurde, da sagte Mama:

„Hört nur, wie lustig sie da drinnen sind! Kommt, wir schauen mal hinein!"

„Ja, das machen wir", sagte Papa.

Und was sahen sie, als sie die Tür öffneten und in Lillebrors Zimmer hineinguckten? Wer saß da an der Geburtstagstafel mit Sahnetorte im ganzen Gesicht und futterte, daß er schier platzen wollte? Wer anders als ein dicker kleiner Mann, der juchzte und schrie:

„Heißa hopsa, mein Name ist Karlsson vom Dach. Ihr habt wohl noch nicht die Ehre gehabt, mich kennenzulernen, glaube ich."

Es fehlte nicht viel, und Mama wäre ohnmächtig umgesunken.

Und Papa wurde ganz unruhig.

„Erzählt das bloß keinem Menschen", sagte er. „Unter gar keinen Umständen."

„Weshalb denn nicht?" fragte Birger.

Und Papa erklärte es ihnen:

„Stellt euch vor, was es hier für einen Trubel gäbe, wenn die Leute das mit Karlsson merkten. Bestimmt käme er dann ins Fernsehen. Wir würden im Treppenhaus über Fernsehdrähte und Filmkameras stolpern, und alle halbe Stunde würde ein Presse-fotograf kommen und Karlsson und Lillebror fotografieren wollen. Der arme Lillebror, er würde ,der Junge, der Karlsson vom Dach entdeckt hat', werden - wir hätten in unserem ganzen Leben keine ruhige Stunde mehr."



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