Karlsson nickte.

„Und du glaubst natürlich, meine Großmutter wollte nicht, daß ich die Strümpfe wechsele, was? Du glaubst natürlich nicht, daß sie durch das ganze Dorf angeprescht kam, sowie ich draußen war und in eine Wasserpfütze trat, und nörgelte und nörgelte: , Wechsle die Strümpfe, Karlssonchen, wechsle die Strümpfe!'

Das glaubst du wohl nicht, was?"

Lillebror drehte und wand sich.

„Doch, das kann schon sein ..."

Karlsson drückte ihn auf einen Stuhl und stellte sich vor ihn, die Hände in die Seiten gestemmt.

„Nee, das glaubst du nicht. Aber jetzt hör mal zu, ich werde dir erzählen, wie es war. Ich war draußen und trat in eine Wasserpfütze - kapierst du das? Und ich hatte mächtigen Spaß. Und mittendrin kommt Großmutter angeprescht und schreit, daß es im ganzen Ort zu hören ist: ,Wechsle die Strümpfe, Karlssonchen, wechsle die Strümpfe!'"

„Und was hast du gesagt?" fragte Lillebror.

„,Das tu' ich aber nicht', sagte ich, denn ich bin der Ungehor-samste der Welt", versicherte Karlsson. „Und darum rannte ich Großmutter weg und kletterte auf einen Baum, um Ruhe zu haben."

„Da war sie wohl baff", sagte Lillebror.

„Man merkt, daß du meine Großmutter nicht kennst", sagte Karlsson. „Großmutter kam hinterher."

„Auf den Baum rauf?" fragte Lillebror erstaunt.

Karlsson nickte.

„Du glaubst natürlich, meine Großmutter könnte nicht auf Bäume klettern, was? O doch, du, wenn sie nörgeln will, dann klettert sie so hoch, wie man's nicht für möglich hält. »Wechsle die Strümpfe, Karlssonchen, wechsle die Strümpfe', sagte sie und rutschte auf dem Ast entlang, auf dem ich saß."

„Was hast du da gemacht?" fragte Lillebror.

„Ja, was sollte ich machen", sagte Karlsson. „Ich wechselte die Strümpfe, da war nichts zu wollen. Hoch oben auf dem Baum, auf einem kümmerlichen kleinen Ast, da saß ich und wechselte unter Lebensgefahr die Strümpfe."



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