
Trotz seiner inneren Spannung mußte er über sich selbst lächeln. Wohl hatte er erst den niedrigsten Rang der Kommandantenlaufbahn erhalten, aber er hatte den ersten großen Schritt getan. Einen Schritt, der ihm sowohl Ruhm als auch Schande bringen konnte, den er aber gleich seinen Vätern mit Sorge und Ungeduld erwartet hatte.
Wieder hallten Schritte im Flur. Er brachte seine Halsbinde in Ordnung und rückte den neuen Degen an seiner Hüfte zurecht. Wieder erschien ihm sein Spiegelbild wie das eines Fremden. Die Uniform, die aufrechte Haltung, in der er seinen Körper wie zur Parade gestrafft hielt, stellten mehr Sicherheit zur Schau, als er sich je zugetraut hatte.
Die Schritte verhielten vor der Tür, und mit einer einzigen raschen Bewegung griff Bolitho nach seinem Hut und klemmte ihn unter einen Arm. Er versuchte, das Klopfen seines Herzens, das ihm wie ein Hammer gegen die Rippen schlug, nicht zu beachten. Sein Mund war wie ausgedörrt, obwohl er den Schweiß wie warmen Regen zwischen seinen Schulterblättern hinabrinnen fühlte.
Richard Bolitho war zweiundzwanzig Jahre alt und hatte seit seinem zwölften Lebensjahr in der Königlichen Marine gedient. Aber nun, da er wie gebannt die vergoldete Türklinke anstarrte, fühlte er sich eher wie ein furchtsamer Fähnrich denn wie ein Mann, der im Begriff stand, das begehrteste Geschenk zu empfangen, das ein Marineoffizier erhalten konnte. Ein eigenes Kommando!
