Selbst die Poster hatten sie von der Wand gerissen und zerfetzt.

In jedem Zimmer war es dasselbe; nichts war verschont geblieben. Im Schlafzimmer hatten sie sogar die Laken vom Bett gezerrt, die Matratze aufgeschnitten und durchwühlt. Und auf die Wand über dem Kopfende hatte jemand VERRÄTER gesprüht. Das Wort traf mich wie ein Schlag in die Magengrube. Eine kalte Faust schloss sich um mein Herz, und ich konnte nur noch nach Luft schnappen. Molly kam herein, stellte sich neben mich und sah das Wort an der Wand. Sie nahm meinen Arm und drückte ihn an sich.

»Ach Eddie, es tut mir so leid! Ich bin sicher, dass das hier vorher eine ganz reizende Wohnung war!«

»Ich war nie ein Verräter«, sagte ich und erkannte meine eigene Stimme nicht wieder. »Ich war der Einzige, der dem treu geblieben ist, was die Familie eigentlich sein sollte.«

»Das weiß ich doch, Eddie. Lass uns hier weggehen!«

»Schon in Ordnung«, sagte ich. »Schon in Ordnung.«

Das war es zwar nicht, aber ich ließ mich von ihr wegführen.


Wieder im Wohnzimmer, schaute ich mich um und versuchte, mir einen Reim auf das Durcheinander zu machen. Sie hatten gar nicht einmal so viel kaputt gemacht - wahrscheinlich weil ihnen die Zeit gefehlt hatte.

»Die haben wirklich ganze Arbeit geleistet!«, stellte Molly fest. Sie gab sich alle Mühe, nicht auf irgendwelche Sachen zu treten; das war zwar unmöglich, aber allein für den Versuch liebte ich sie.

»Ich habe nichts anderes erwartet«, sagte ich. »Ich habe es zu meiner Zeit als Frontagent schlimmer getrieben, wenn ich den Unterschlupf irgendeines Schurken auseinandernahm, um nach Hinweisen oder Beweismaterial zu suchen. Oder auch nur, weil ich es konnte. Damals gehörte alles dazu. Aber … Die kosmische Gerechtigkeit ist scheiße. Glaubst du an Karma, Molly?«

»Karma nich sagen«, antwortete Molly munter. »Hast du dich nicht mal mit dem Gedanken getragen, irgendwelche Schutzvorrichtungen um deine Bleibe herum anzubringen?«



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