
Ich schnaubte verächtlich. »Ich habe Tonnen von den verdammten Dingern; du hättest bessere Chancen, in Bill Gates' privates Pornoversteck als in meine Wohnung einzubrechen! Aber nichts, womit meine Familie nicht fertig würde. Ich habe eben nie gedacht, dass ich mich einmal vor meiner eigenen Familie schützen müsste.«
Molly runzelte die Stirn. »Müssten denn die Nachbarn nichts gehört und die Polizei gerufen haben?«
»Die Menschen hören nie einen Drood bei der Arbeit«, erwiderte ich. »Und wenn doch, dann sorgen wir dafür, dass sie es wieder vergessen.«
»Selbstverständlich zu ihrem eigenen Besten!«
»Größtenteils ja. Ah, ich verstehe - das war ironisch gemeint! Tut mir leid, im Aufspüren von Ironie bin ich oft nicht besonders gut.«
»Du und deine ganze Familie«, brummte Molly.
»Was?«
»Nichts. Was meinst du, was sie wohl hier gesucht haben?«
»Das Übliche«, sagte ich. »Gegenstände der Macht, unerlaubte Grimoires und verbotene Texte, Informationen, zu denen ich keinen Zugang gehabt haben sollte. Möglicherweise sogar Aufzeichnungen über gezahlte Summen von außerhalb der Familie - alles, womit sie mich verdammen, unter Druck setzen oder erpressen könnten. Meine Familie hat es schon immer vorgezogen, aus einer Position der Stärke heraus zu verhandeln. Idioten! Als ob ich irgendetwas so Wichtiges einfach hier rumliegen lassen würde, damit es jeder finden kann.«
»Stimmt!«, pflichtete Molly mir bei und grinste schelmisch. »Wo bewahrst du eigentlich dein wirklich geheimes Zeugs auf, Eddie? Deine peinlichen Fotos von dir als Kind, deine alten Teenagerschwarmliebesbriefe und deine persönlichen unanständigen Filme? Gibt es da irgendwelche Lieblingsstücke, die du vielleicht mitnehmen möchtest? Ich kann sehr tolerant sein …«
»Ich habe keine solchen Sachen«, erwiderte ich mit einiger Würde.
