»Erwachet, erwachet, ihr Winde des Nordens …«

Ein mächtiger Sturmwind kam dahergeheult; er ergriff die gepanzerten Männer und ließ sie kopfüber über die gesamte Länge der Straße purzeln. Einige versteckten sich in Hauseingängen oder hinter Autos und konzentrierten ihr Feuer auf Molly. Die Kugeln durchschlugen den tobenden Wind, nur um zu Rosenblättern zu werden, bevor sie auch nur in Mollys Nähe kamen. Sie wurde von allen Magien des wilden Waldes beschützt, und nichts aus der materiellen Welt konnte ihr etwas anhaben. Sie ließ sich nur deshalb von mir beschützen, weil sie wusste, dass ich mich dann besser fühlte. Sie winkte in einer scharfen Geste, und Blitze stießen aus dem immer dunkler werdenden Himmel herab, fanden gepanzerte Männer in ihren Verstecken und verbrannten sie.

Aus verborgenen Stellungen trafen neue Männer mit schwereren Waffen ein. Sie kämpften sich gegen den heulenden Wind vorwärts, Schritt für Schritt. Molly stieß mit dem Finger nach ihnen, und plötzlich war die Straße voll von zirka einem Dutzend sehr verwirrt aussehender Lamas.

Molly war in ihrem Element.

Aber diese Art von Zauberei erschöpfte sie. Also beschloss ich, dass es Zeit war, mit anzupacken. Angetrieben von der unnatürlichen Kraft meiner gepanzerten Beine stürmte ich mit Bewegungen von übermenschlicher Schnelligkeit in die Menge der übrigen Soldaten vor. Schneller als sie reagieren konnten, war ich mitten unter den gepanzerten Männern und hieb mit entsetzlicher, potenzierter Kraft nach ihnen. Meine dornigen Silberknöchel schlugen in verstärkte Helme und rissen durch Kevlar, als ob es Papier wäre. Blut spritzte durch die Luft und Männer fielen schreiend. Sie lebten noch. Ich ziehe es vor, nicht zu töten, wenn ich nicht muss. Ich bin ein Agent, kein Mörder.



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