»He, hast du eben >Junge< zu mir gesagt?«

»Hör' mal, verschwinde jetzt!«

»Eine Sekunde noch. Wir wollen mal etwas klarstellen. Glaub' bloß nicht, ich ließe mich herumschubsen, nur weil ich kleiner als die meisten Leute bin. Hoch damit. Fang an. Heb' die Fäuste, oder ich verteil' dir deine Nase über's Gesicht.«

Er tanzte schattenboxend herum. Wilson schaute ihn verwundert an. »Was ist denn in dich gefahren? Hör' auf, dich wie ein Irrer aufzuführen.«

»Angst?«

»Ich darf im Dienst nicht kämpfen. Außerdem, ich wollte deine Gefühle nicht verletzen. Ich muß nun einmal meine Pflicht tun, und deswegen hab' ich keine Zeit für dich!«

Bigman nahm die Fäuste herunter. »Eh, ich glaube, die Rakete hebt ab.«

Natürlich war im Vakuum nichts zu hören, aber der Boden unter ihren Füßen vibrierte leicht als Reaktion auf die Hammerschläge des Schub tri ebwerks, das das Schiff vom Mond emporhob.

»Das wär's dann wohl.« Wilson legte die Stirn in Falten. »Schätze, es hat keinen Zweck, Meldung zu machen. Ist sowieso zu spät.«

Den Bedienungsverschluß hatte er ganz vergessen.

*

Start!

Der keramikvergossene Auspuffschacht gähnte unter der Atlas und die Haupttriebwerke dröhnten ihre Wut hinein. Langsam, majestätisch hob das Schiff ab und gewann schwerfällig an Höhe. Die Geschwindigkeit nahm zu. Die Rakete bohrte sich in den schwarzen Himmel und schrumpfte, bis sie schließlich nur ein Stern unter vielen war, dann war sie verschwunden.

Dr. Henree schaute zum fünften Mal auf seine Uhr und sagte dann: »Nun, sie ist weg. Sie muß inzwischen weg sein.« Er deutete mit dem Pfeifenstiel auf das Zifferblatt.

»Wir wollen mal bei der Hafenbehörde nachfragen«, bemerkte Conway.

Fünf Sekunden später sahen sie den leeren Raumhafen auf dem Videoschirm. Der Auspuffschacht stand immer noch offen. Selbst in der beinahe am absoluten Nullpunkt liegenden Temperatur der dunklen Mondseite dampfte er noch.



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