
«Ja. Und die ganze Familie.«
Er zuckte die Achseln.
«Sie waren alle besorgt, du könntest es getan haben«, sagte ich.
«Warst du auch besorgt?«fragte er.
«Ich war froh, daß man dich nicht verhaftet hat.«
Er brummte vor sich hin.»Wahrscheinlich weißt du auch, daß die meisten deiner Geschwister, ganz zu schweigen von den Hexen, der Polizei gesagt haben, daß du Moira nicht ausstehen konntest?«
«Das haben sie mir selbst erzählt«, bestätigte ich.»Aber es stimmt ja.«
«Einen Haufen Stinktiere habe ich gezeugt«, sagte er düster.
Malcolms persönliches Alibi für Moiras Tod war so unangreifbar wie mein eigenes, denn er war in Paris gewesen an dem Tag, als jemand Moiras kleine Stupsnase in einen Sack mit Blumenerde gedrückt und sie dort belassen hatte, bis sicher war, daß sie keine Geranienstecklinge mehr pflanzen würde. Ich hätte ihr vielleicht einen schöneren Tod gewünscht, aber wie es hieß, war es schnell gegangen. Die Polizei hielt noch immer an der Überzeugung fest, daß Malcolm einen Profikiller beauftragt hatte, doch sogar Joyce wußte, daß das Unfug war. Malcolm war ein launischer und unbeherrschter Mensch, aber frei von jeder brutalen Berechnung.
Bei der Verkaufsveranstaltung schien ihn alles andere mehr zu interessieren als die Pferde: In der Auktionshalle hatte er besonders auf die flimmernde elektronische Anzeigetafel geachtet, wo der jeweils gebotene Betrag aufleuchtete, und das nicht nur in britischer Währung, sondern auch umgerechnet in Dollar, Yen, Lire und irisches Pfund. Er war schon immer vom Wirken und Funktionieren des Geldes fasziniert gewesen, und einmal hatte er eine Million Pfund glatt verdoppelt, indem er sie einfach zu zwei Dollar vierzig das Pfund in den USA deponierte, fünf Jahre wartete und sie zurückholte, als der Wechselkurs einen Dollar zwanzig betrug. So erhielt er zweihundert Prozent seines Startkapitals und obendrein die Zinsen. Er betrachtete den Geldmarkt neben dem Gold als ein Füllhorn, aus dem man sich nur zu bedienen brauchte.
