
«Titelseitennachricht«, bejahte ich.»Der Goldpreis steht auf… ehm, Seite 32.«
«Falls du möchtest, daß ich mich entschuldige«, sagte er,»das werde ich nicht tun.«
Ich sah sein Bild klar und deutlich vor mir: ein stämmiger grauhaariger Mann mit leuchtend blauen Augen und einer knisternden Vitalität, die er wie Funken statischer Elektrizität versprühte. Er war meiner Ansicht nach starrsinnig, selbstherrlich, unvorsichtig und oft dumm. Er war außerdem in finanziellen Dingen intuitiv schlau, gewieft und couragiert und hatte nicht umsonst den Spitznamen Midas bekommen.
«Bist du noch da?«wollte er wissen.
«Ja.«
«Also… ich brauche deine Hilfe.«
Er sagte das, als wäre es ein alltägliches Bedürfnis, aber ich konnte mich nicht entsinnen, daß er schon jemals irgendwen um Hilfe gebeten hätte; mich ganz bestimmt nicht.
«Ehm…«:, sagte ich unsicher.»Welche Art von Hilfe?«
«Erzähle ich dir, wenn du herkommst.«
«Wohin denn?«
«Nach Newmarket«, sagte er.»Komm morgen nachmittag zur
Auktion.«
Man konnte seinen Tonfall zwar nicht flehend nennen, aber es war alles andere als ein direkter Befehl, und ich war nur Befehle gewohnt.
«In Ordnung«, sagte ich langsam.
«Gut.«
Er legte sofort auf, ließ mich keine Fragen stellen, und ich dachte an meine letzte Begegnung mit ihm — wie ich versucht hatte, ihn von der Heirat mit Moira abzubringen, indem ich sie angesichts seiner felsenfesten Absicht allmählich steigernd zunächst als bösen Fehlgriff seinerseits bezeichnete, dann als eine geschickte, unehrliche Manipulatorin und schließlich als ein raffgieriges, blutsaugerisches Biest. Er hatte mich mit einem einzigen, raschen, furchtbaren Schlag zu Boden gestreckt, wozu er vor drei Jahren — mit fünfundsechzig — durchaus noch in der Lage war. Wütend war er hinausmarschiert, während ich benommen auf meinem Teppich lag, und danach hatte er sich verhalten, als gäbe es mich nicht mehr; alles, was noch von mir in meinem alten Zimmer in seinem Haus war, hatte er in Kisten gepackt und von einem Spediteur in meine Wohnung bringen lassen.
