Zirone ließ einige Minuten verstreichen, dann aber konnte er seine angeborene Schwatzhaftigkeit nicht mehr zügeln:

»Sarcany, meinte er, weißt Du, in welcher Gestalt ich diesen Zufall, der heute ganz und gar seiner alten Kinder vergißt, am liebsten sehen möchte? In der Gestalt eines der Kassenboten des Hauses Toronthal; er müßte hierher kommen, mit einem von Banknoten strotzenden Portefeuille und uns dieses Portefeuille im Auftrage seines Banquiers übergeben mit tausend Entschuldigungen, daß er uns so lange habe warten lassen.

– Höre auf, Zirone! erwiderte Sarcany unter heftigem Zusammenziehen der Augenbrauen. Ich wiederhole Dir hiermit zum letzten Male, daß wir von Silas Toronthal nichts mehr zu erwarten haben.

– Bist Du Deiner Sache auch gewiß?

– Ja! Der Kredit, den ich bei ihm hatte, ist jetzt vollständig erschöpft, und auf meine letzten Bitten hat er mir eine endgiltige Absage ertheilt.

– Das ist schlimm!

– Sehr schlimm, aber es ist nun einmal so!

– Gut, fing Zirone von Neuem an. Wenn Dein Kredit erschöpft ist, so mußt Du unleugbar einen solchen besessen haben! Worauf beruhte denn dieser Kredit? Darauf, daß Du mehrere Male Deine Intelligenz und Deinen Eifer in den Dienst des Bankhauses bei einigen gewissen – delicaten Geschäften gestellt hast. Auch hat sich Toronthal während der ersten Monate unseres Aufenthaltes in Triest gerade nicht zu verschlossen im Punkte der Geldfrage gezeigt. Ich kann es also nicht glauben, daß Du nicht von irgend einer Seite her noch Einfluß auf ihn besitzen solltest, und wenn Du ihm drohtest…

– Wenn ich das könnte, hätte ich es schon gethan, antwortete Sarcany achselzuckend, und Du brauchtest nicht einem Mittagessen nachzujagen. Nein, ich schwöre es Dir, daß ich diesen Toronthal nicht in den Händen habe, aber es kann noch dahin kommen und an dem Tage soll er mir Kapital, Zinsen und Zinseszinsen von dem zahlen, dessen er sich heute weigert.



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