Ich glaube übrigens, daß die Geschäfte seines Hauses augenblicklich ein wenig verwickelt liegen und daß seine Fonds in zweifelhafte Unternehmungen gesteckt sind. Die Nachwirkung einiger Fallissements in Deutschland, in Berlin und in München macht sich auch in Triest fühlbar und mir wollte es scheinen, was man auch immer sagen möge, daß Silas Toronthal bei meinem letzten Besuche in etwas gedrückter Stimmung sich befand Wir wollen die Fluth ruhig sich verlaufen lassen und wenn sie verlaufen sein wird…

– Schön, rief Zirone aus, bis dahin aber können wir nichts weiter als Wasser trinken. Sarcany, meine Meinung ist, daß Du noch einen letzten Versuch bei Toronthal machst. Man muß noch einmal an seine Geldkiste pochen und versuchen, wenigstens die Summe zu erhalten, die wir für eine Rückkehr nach Sicilien – über Malta benöthigen.

– Und was wollen wir in Sicilien?

– Das ist nun meine Sache. Ich kenne das Land und könnte auch eine Bande Malteser hinüberführen, entschlossene, vorurtheilslose Jungens, mit denen sich schon etwas anfangen ließe. Tausend Teufel! Wenn es hier nichts zu unternehmen gibt, so lass’ uns abreisen und diesen verdammten Banquier zwingen, uns unsere Reisekosten zu bezahlen! So wenig Du auch aus ihm ziehen kannst, so viel wird es sein, daß er Dich lieber anderswo als in Triest weiß.«

Sarcany ließ den Kopf sinken.

»Ueberlege nur! So kann das nicht mehr weiter gehen! Wir sind am Ende angelangt,« setzte Zirone hinzu.

Er war aufgestanden und stampfte auf dem Boden umher, gerade als hätte er es mit einer Rabenmutter zu thun, die ihn nicht länger ernähren wollte.

In diesem Augenblicke wurde seine Aufmerksamkeit von einem Vogel abgelenkt, der außerhalb des umfriedeten Ortes ängstlich umherflatterte. Es war eine Taube, deren ermüdete Flügel kaum noch zuckten und die sich immer mehr gegen den Boden senkte.



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