
Wieder klingelte das Telefon. Da erst merkte Maljanow, daß er ins Zimmer zurückgekehrt war. Fluchend warf er sich seitlings auf die Liege und angelte den Hörer.
„Ja bitte!“
„Vitja?“ meldete sich eine energische Frauen stimme.
„Wen wollen Sie sprechen?“
„Ist dort der ›Intourist‹?“
„Nein, ein Privatanschluss!“ Maljanow knallte den Hörer auf die Gabel und blieb reglos liegen. Wo seine nackte Haut auf dem flauschigen Bezug lag, brach ihm der Schweiß aus. Widerlich. Die gelbe Gardine fluoreszierte, schweres gelbes Licht erfüllte den Raum. Eine Luft — wie Sirup. In Bobkas Zimmer müsste man umziehen, jawohl! Die reinste Sauna hier. Er blickte auf seinen Schreibtisch: haufenweise Papier und Bücher. Allein der Smirnow, Wladimir Iwanowitsch — sechs Bände! Und dann noch die Bogen, die auf dem Fußboden rumlagen. Schon der Gedanke an einen Umzug war schrecklich. Halt, ich hatte doch eben einen Geistesblitz… Scheiße… Die mit ihrem
„Intourist“, die blöde Kuh! Also, ich war in der Küche, kam hier her… Aha! Die konforme Abbildung! Verrückt, der Einfall! Aber man muss ihn prüfen… Ächzend erhob er sich von der Liege, doch sofort meldete sich wieder das Telefon.
„Idiot!“ sagte er zum Apparat und nahm den Hörer ab.
„Ja!“
„Ist dort der Stützpunkt? Hallo — ist dort der Stützpunkt?“
Maljanow legte auf und rief die Störungsstelle an.
„Spreche ich mit der Störungsstelle? Meine Nummer: dreiundneunzig, neun, acht, null, sieben… Hören Sie, ich hab Sie schon gestern angerufen. Dabei kann doch kein Mensch arbeiten, dauernd klingelt es und…“
„Ihre Nummer?“ unterbrach ihn eine barsche Frauenstimme.
„Dreiundneunzig, neun, acht, null, sieben. Dauernd wollen die Leute den ›Intourist‹ oder die Garage oder…“
„Legen Sie auf, wir prüfen den Anschluss.“
„Ja, ich bitte darum“, sagte Maljanow devot, doch bereits zum Amtszeichen. Dann ging er — patsch, patsch — an den Tisch, setzte sich und nahm den Kuli. Also… Das Integralchen — wo hab ich das schon mal gesehen? So schön gebaut, vollkommen symmetrisch. Wo hab ich das gesehen? Und nicht irgendeine Konstante, sondern einfach die Null! Na schön, lassen wir die erst mal beiseite. Obwohl ich das gar nicht mag — etwas beiseite lassen. Setzt einem ständig zu, wie ein kaputter Zahn.
